Das erste SOS-Kinderdorf Perus wurde etwa fünf Kilometer vom Stadtzentrum Limas entfernt am rechten Ufer des Flusses Rimac auf einem zwei Hektar großen Grundstück errichtet, und im Mai 1975 eröffnet. Das SOS-Kinderdorf Zárate besteht aus 15 Familienhäusern, in denen bis zu 135 Kinder ein neues, liebevolles Zuhause finden können. Das Haus des Dorfleiters, ein Haus für die so genannten SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), ein Gemeinschaftshaus mit Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Feiern sowie einem Verwaltungsbereich und einer Zahnarztpraxis ergänzen die Infrastruktur des SOS-Kinderdorfes.
Der SOS-Kindergarten, der sich ebenfalls auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfes befindet, wird auch von Kindern aus der Umgebung besucht und umfasst vier Gruppenräume für die Betreuung von bis zu 80 Kindern im Vorschulalter.
Für die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes wurden im Stadtgebiet von Lima sieben SOS-Jugendeinrichtungen geschaffen, in denen bis zu 90 in Ausbildung stehende Jugendliche untergebracht sind. Hier werden sie bereits während der höheren Schul- oder Berufsausbildung unter Aufsicht eines Jugendpädagogen im Rahmen von Wohngemeinschaften Schritt für Schritt auf ein Leben in Selbstständigkeit vorbereitet.
Zwei SOS-Sozialzentren im Stadtgebiet von Lima, die SOS-Sozialzentren Caraballyo und Huáscar, stehen der Bevölkerung aus der Umgebung offen und ergänzen das Angebot des SOS-Kinderdorfes Zárate. Die SOS-Sozialzentren sind auf die Besonderheiten des sozialen Umfeldes ausgerichtet und sollen mit ihrer Arbeit dazu beizutragen, die schlimmste Not zu lindern und dadurch auch dem Verlassenwerden von Kindern vorzubeugen. So beherbergen die beiden SOS-Sozialzentren eine Kindertagesstätte für Kinder im Vorschulalter, in der ganztägige Betreuung angeboten wird. Die meist allein erziehenden Mütter dieser Kinder haben dadurch die Gelegenheit, tagsüber unbesorgt arbeiten zu können und so für den Unterhalt für sich und ihre Kinder zu sorgen. Darüber hinaus werden Fortbildungskurse für Erwachsene angeboten und eine grundlegende Gesundheitsvorsorge gesichert. Insgesamt können in den SOS-Sozialzentren bis zu 500 Kinder und Mütter betreut und versorgt werden.
Ebenfalls in Lima befindet sich das SOS-Berufsbildungszentrum Chaclacayo, das als Ausbildungszentrum für SOS-Kinderdorfmütter und andere Mitarbeiter dient. Das SOS-Berufsbildungszentrum wurde 1998 eröffnet und umfasst fünf Schlafräume, einen Aufenthaltsraum der auch als Speisesaal genutzt wird, einen Seminarraum, eine Küche und einen Verwaltungsbereich. Hier können jeweils 17 Personen auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe als SOS-Kinderdorfmutter oder als Mitarbeiter in einem anderen Tätigkeitsbereich vorbereitet werden.