Das zweite SOS-Kinderdorf in Uruguay wurde in der Stadt Salto, etwa 500 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Montevideo, errichtet. Salto liegt nahe der Grenze zu Argentinien und ist mit 80.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Das SOS-Kinderdorf wurde auf einem 2,7 Hektar großen Grundstück, sieben Kilometer von der Stadt Salto entfernt, erbaut und umfasst 11 Familienhäuser, in denen bis zu 88 Kinder ein neues, liebevolles Zuhause finden können.
Das Haus des Dorfleiters, ein Haus für die so genannten SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), das Haus des Dorfhandwerkers und ein Gemeinschaftshaus mit Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Feiern, einer Bibliothek sowie einem Verwaltungsbereich ergänzen die Infrastruktur des SOS-Kinderdorfes. Die Kinder des SOS-Kinderdorfes besuchen öffentliche Grund- und Sekundarschulen. Zudem wird auf dem Grundstück eine kleine Landwirtschaft mit Hühnerzucht und Obstanbau betrieben.
Für die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes wurden im Stadtgebiet SOS-Jugendeinrichtungen geschaffen, in denen in Ausbildung stehende Jugendliche untergebracht sind. Hier werden sie bereits während der höheren Schul- oder Berufsausbildung unter Aufsicht eines Jugendpädagogen im Rahmen von Wohngemeinschaften Schritt für Schritt auf ein Leben in Selbstständigkeit vorbereitet.
Ein seit September 2005 in Betrieb befindliches SOS-Sozialzentrum, das mit Mitteln der EU gefördert wird, wird als Kindergarten und Kindertagesstätte geführt und bietet bis zu 380 Kindern im Alter von 18 Monaten bis 12 Jahren Tagesbetreuung.
Die Kindertagesstätte ist besonders wertvoll, weil sie allein erziehenden Müttern aus der Umgebung die Möglichkeit eröffnet, tagsüber den Lebensunterhalt der Familie durch Arbeit zu verdienen oder zumindest zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen und die Kinder unter fachlich ausgebildeter Betreuung zu wissen. Außerdem werden Informationsveranstaltungen über gesunde und ausgewogene Ernährung sowie über andere Gesundheitsthemen organisiert. Auch die Förderung von Frauen ist ein spezielles Anliegen. So werden Fortbildungskurse in verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten angeboten, um die berufliche Qualifikation allein erziehender Frauen zu steigern und damit sowohl ihr Einkommen als auch ihre Position in der Gesellschaft zu verbessern.