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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Asien Armenien

Länderinformation über Armenien 

Landschaft
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Fauna/Flora
Politik/Geschichte
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Kultur

Landschaft


Armenien ist ein gebirgiges Land mit hohen Gipfeln und Hochebenen vulkanischen Ursprungs. Weniger als 10% der Landesfläche liegen unter 1000 Metern Seehöhe, die durchschnittliche Seehöhe beträgt 1800 Meter. Höchster Gipfel ist der Aragats mit 4090 Metern. Die Landschaft ändert sich oft abrupt und innerhalb weniger Kilometer von hügelig und wüstenähnlich hin zu alpin. Zwischen den Bergen liegen sehr tiefe Täler mit reißenden Flussläufen. Wichtigster Fluss des Landes ist der Arax, der eine natürliche Grenze zum Iran und teilweise auch zur Türkei bildet.

Klima


Die Berggipfel des nördlichen Kaukasus schützen das Land großteils vor der Strenge der harten russischen Winter. Die Wettereinflüsse kommen daher vornehmlich aus dem Süden. Von November bis Mai werden die höchsten Niederschlagsmengen verzeichnet, dennoch regnet es weniger als in den benachbarten Ländern. Die Berge im Süden sind im Winter für gewöhnlich schneebedeckt, in den tiefer gelegenen Gebieten wie etwa dem Tal Ararat ist das Klima gemäßigt mit sehr heißen Sommern.

Fauna/Flora


Auf Grund der Energieknappheit wurden große Teile der ursprünglichen Wälder abgeholzt, sodass derzeit nur mehr etwa 10% des Landes von Buchen- und Eichenwäldern bedeckt sind, 18% der Fläche sind Steppen, mehr als 30% Weideland. Im Frühjahr und Sommer gedeiht eine Vielzahl von Wildblumenarten. Die Tierwelt umfasst Wildziegen, Mufflons und Gämsen.

Politik/Geschichte


Die erste Besiedlung des heutigen Armenien erfolgte um das Jahr 6000 vor Christus. Im 13. Jahrhundert vor Christus wurde das Königreich Uratu gegründet, nach dessen Niedergang im 9. Jahrhundert vor Christus syrische und proto-europäische Volker einwanderten und der Region neue Impulse verliehen.

Im 2. Jahrhundert vor Christus begann das goldene Zeitalter Armeniens, das zum Mittelpunkt der hellenistischen Kultur wurde und im 1. Jahrhundert vor Christus unter der Herrschaft Tigrans des Großen seine größte Ausdehnung erreichte. Im Jahr 30 vor Christus wurde Armenien zu einem Vasallenstaat des Römischen Reiches und 428 nach Christus erfolgte seine Aufteilung zwischen dem Byzantinischen Reich und Persien.

Im 7. Jahrhundert eroberten die Araber Armenien, womit eine mehrere Jahrhunderte andauernde Fremdherrschaft verschiedner Völker, wie Mongolen, Perser, Türken und Russen, ihren Anfang nahm. Im Laufe des 19. Jahrhunderts annektierte das zaristische Russland wiederholt die türkisch beherrschten Gebiete Armeniens und so wurde das Land zwischen Russland und der Türkei aufgeteilt.

Die Unabhängigkeitsbestrebungen des armenischen Volkes wurden zwischen 1890 und 1912 sowohl von der Türkei als auch von Russland mit aller Härte unterdrückt und die Bevölkerung verfolgt, deportiert und in einigen Fällen ermordet.

1917, nach dem Zusammenbruch des Zarenreiches, wurde die unabhängige Republik Armenien ausgerufen und 1922 in die Transkaukasische Föderative Sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert. In ihrem Bestreben, ethnische Konflikte zwischen Armeniern und muslimischen Azeris zu vermeiden, schuf die sowjetische Regierung neue politische und administrative Einheiten; ein Großteil der Bevölkerung wurde umgesiedelt und das Gebiet neu aufgeteilt.

1936 löste sich die Transkaukasische Föderation auf und Armenien wurde zur Sozialistischen Sowjetrepublik. Trotz ihrer Zugehörigkeit zur Sowjetunion über die folgenden 45 Jahre, blieb das Nationalgefühl der Armenier ungebrochen. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden erste Demonstrationen veranstaltet, in denen die Armenier die Rückgabe des an Aserbaidschan abgetretenen Bergkarabach forderten und es zu heftigen Zusammenstößen kam.

In den folgenden 20 Jahren verschlimmerte sich die Unzufriedenheit der Bevölkerung, bis 1988 unter der Reformbewegung Gorbatschows die armenische Bevölkerung Aserbaidschans in einer Volksabstimmung für die Vereinigung mit Armenien votierte, was von der Sowjetführung mit aller Härte unterbunden wurde.

1991 wurde in einer Abstimmung für die Loslösung Armeniens aus der Sowjetunion gestimmt und Lewon Ter-Petrosjan zum Präsidenten gewählt. Unmittelbar danach erklärten die Armenier Bergkarabachs ihre Unabhängigkeit, und ein bewaffneter Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan brach aus. 1994 wurde ein Waffenstillstand geschlossen, bis heute blieb der Konflikt aber ungelöst.

1996 wurde Ter-Petrosjan im Amt bestätigt, musste aber 1998 zurücktreten, da ihm zu hohe Kompromissbereitschaft im Zusammenhang mit Bergkarabach vorgeworfen wurde. Robert Kotscharjan wurde zu seinem Nachfolger gewählt und 2003 im Amt bestätigt.

Wirtschaft


Unter der sowjetischen Planwirtschaft entwickelte Armenien einen modernen Industriesektor mit hoher Abhängigkeit vom Import von Rohstoffen aus der Sowjetunion und dem Export seiner Erzeugnisse in die Sowjetunion. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 sah sich Armeniens Wirtschaft mit schwerwiegenden Folgen konfrontiert, und die großen agroindustriellen Komplexe der Sowjetzeit wurden durch kleinere Agrarunternehmen ersetzt.

Obwohl der Landwirtschaftssektor schließlich 25% des Bruttonationalprodukts ausmachte, gelang es nicht, den nationalen Verbrauch zu decken, und Lebensmittel mussten importiert werden. Seit 1994 ist es dank eines Regierungsprogramms gelungen, die Wirtschaft zu stabilisieren und ihr Wachstum zu gewährleisten. Das Programm sieht u. a. die Privatisierung ehemals staatlicher Unternehmen vor. Die Industrie beschäftigt 43% der erwerbstätigen Bevölkerung, in der Landwirtschaft sind 18% tätig. Im Jahr 2003 betrug die Arbeitslosenrate 20%, die Inflation lag bei 2,2%.

Kultur


Die Kirchenarchitektur mit ihren aufwändigen Steinmetzarbeiten ist die sichtbarste Kunstform des Landes. Im 7. Jahrhundert erreichte die religiöse Architektur Armeniens ihre Hochblüte.

Zu den bekanntesten zeitgenössischen Künstlern zählen der Maler Hakob Hakobjan aus Ägypten, der sich 1962 in Armenien niederließ, der Komponist Aram Katschaturjan und der Bildhauer Khoren Ter-Harutjan. Die armenische Literatur ist reich an Fabeln und Sagen; Romanschriftsteller und Dichter haben bedeutende Beiträge geleistet. Katschatur Apovjan gilt als Begründer der modernen armenischen Literatur.



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