Als Standort des zweiten SOS-Kinderdorfes in Georgien wurde die zweitgrößte Stadt Georgiens, Kutaisi, im Westen des Landes gewählt. Kutaisi hat über 200.000 Einwohner und liegt rund 200 km von der Hauptstadt Tiflis entfernt. Die Bevölkerung dieser Region ist durch den Bürgerkrieg in den 1990er Jahren noch stark von Armut betroffen. Kutaisi ist eine der ältesten und schönsten Städte Georgiens, die sich entlang beider Ufer des Flusses Rioni erstreckt. Es ist eine der ältesten Städte der Welt; antike griechische Mythen beschreiben ihre Ursprünge "zur Zeit von Minos". Das 2,5 Hektar große Grundstück im Stadtzentrum wurde SOS-Kinderdorf vom georgischen Staat zur Verfügung gestellt. An der offiziellen Eröffnungsfeier am 18. Mai 2004 nahmen neben Helmut Kutin, Präsident von SOS-Kinderdorf International, auch der der Gouverneur der Region Imereti und der Bürgermeister von Kutaisi sowie zahlreiche Ehrengäste teil.
Das SOS-Kinderdorf Kutaisi besteht aus zwölf Familienhäusern, einem Verwaltungsgebäude, Häusern für den Dorfleiter und die SOS-Tanten (unterstützen die SOS-Kinderdorf-Mütter und vertreten sie im Falle ihrer Abwesenheit), einer Werkstatt und einem Personalgebäude. Bis zu 100 Kinder können hier ein neues Zuhause finden.
Die Kinder besuchen die lokalen Schulen und Kindergärten. Zusätzliche Sprachkurse (Englisch, Russisch) werden im SOS-Kinderdorf abgehalten und Studenten der staatlichen Universität von Kutaisi geben den Kindern des SOS-Kinderdorfes Nachhilfe. Zusätzlich werden den Kindern auch verschiedenste Freizeitaktivitäten, wie Sport und Kurse für Zeichnen, Musik, Tanz und Stickerei, angeboten. Das Familienförderprogramm zielt darauf ab, die speziellen Bedürfnisse von Kindern abzudecken (z.B. in medizinischer und materieller Hinsicht, in Bildungsfragen, soziale Fähigkeiten) und hilft Familien, selbständig für Schutz und Betreuung der Kinder sorgen zu können. Man unterstützt die Familien, eine verlässliche Einkommensquelle zu sichern und bietet Erziehungsberatung an.