Im Bundestaat Maharashtra, in der Millionenstadt Pune (Poona), die etwa 200 km südlich von Mumbai (Bombay) liegt, wurde im Jahre 1979 ein SOS-Kinderdorf eröffnet. Das 5 ha große Grundstück liegt im nördlichen Vorort Yerwada, ca. 7 km vom Flughafen der Stadt entfernt. Das SOS-Kinderdorf Pune besteht aus 20 Familienhäusern, Mitarbeiterunterkünften, einer Mehrzweckhalle und den notwendigen Nebengebäuden.
Dem SOS-Kinderdorf ist eine SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule angeschlossen, die auch von Kindern aus der Umgebung besucht wird. Die Krankenstation des SOS-Kinderdorfes steht Menschen, die in der Nähe leben, ebenfalls offen. Außerdem wurde im SOS-Kinderdorf Pune ein Zentrum für Straßenkinder ("Mumbai Centre") eingerichtet.
1993 wurde eine SOS-Jugendeinrichtung eröffnet. Diese besteht aus zwei SOS-Jugendhäusern, einem für Mädchen und einem für Jungen. Die Übersiedlung von Jugendlichen in eine Jugendwohneinrichtung geht meist mit dem Beginn einer Berufsausbildung oder dem Wechsel an eine höhere Schule einher. In dieser neuen Umgebung entwickeln die Jugendlichen, begleitet von qualifizierten Betreuern, realistische Zukunftsperspektiven, übernehmen mehr Verantwortung und treffen zunehmend eigene Entscheidungen. Gefördert werden Teamgeist und Kontakte zu Verwandten und Freunden, aber auch zu Behörden und möglichen Arbeitgebern. In den SOS-Jugendhäusern in Pune werden auch Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf Latur betreut, während sie noch in Ausbildung sind.
2005 startete SOS-Kinderdorf Indien seine Familienstärkungsprogramme in Pune. Mit Hilfe dieser Programme soll verhindert werden, dass Familien ihre Kinder verlassen. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und unterstützt diese darin, bestmöglich für die Kinder zu sorgen. Organisiert wird die Präventionsarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Partnern. Das Familienstärkungsprogramm in Pune bietet Beratung und Unterstützung in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Bildung. Verschiedene Ausbildungen werden angeboten, die Menschen werden bei der Berufswahl beraten und bei der Arbeitssuche unterstützt. Man hilft den Familien, mit bereits bestehenden Selbsthilfegruppen Kontakt aufzunehmen. Wenn keine passende Gruppe existiert, wird eine neue gegründet. Neben Erziehungsberatung finden auch Aktivitäten statt, um Hygiene und Kinderrechte im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.