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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Asien Indien Rourkela

SOS-Kinderdorf Rourkela 

Foto: SOS-Archiv
Foto: SOS-Archiv
 
Am 29. Oktober 1999 fegte ein Zyklon mit einer Spitzengeschwindigkeit von 300km/h über den indischen Bundesstaat Orissa hinweg. Heftige Regengüsse und bis zu 15m hohe Wellen überfluteten Dörfer und Städte an der Ostküste Indiens. Rund fünf Millionen Häuser wurden völlig zerstört. SOS-Kinderdorf Indien traf umgehend Hilfsmaßnahmen mit dem Schwerpunkt auf medizinischer Versorgung der Menschen im Katastrophengebiet. Bis Jänner 2000 hatte SOS-Kinderdorf Indien 190 Kinder aus den vom Zyklon verwüsteten Gebieten aufgenommen. Sechzehn Kinder, die zu Vollwaisen geworden waren, konnten im nahegelegenen SOS-Kinderdorf Bhubaneshwar untergebracht werden. Für die anderen wurden Mitarbeiterunterkünfte zu Familienwohnungen umgebaut. Trotz intensiver Bemühungen, noch lebende Verwandte der Kinder ausfindig zu machen oder die Kinder in Pflegefamilien unterzubringen, zeigte sich bald, dass die meisten Kinder wohl in der Obhut von SOS-Kinderdorf bleiben würden. Daher stellten die lokalen Behörden ein Grundstück für die Errichtung eines SOS-Kinderdorfes in der Stadt Rourkela zur Verfügung.

Das SOS-Kinderdorf Rourkela besteht aus 15 Familienhäusern, einer Mehrzweckhalle, Mitarbeiterunterkünften und den notwendigen Nebengebäuden. Es hat einen eigenen Spielplatz, auf dem sich die Kinder so richtig austoben können.

Der SOS-Kindergarten steht tagsüber auch Kindern aus der Umgebung offen. In zwei Gruppenräumen können bis zu 60 Kinder betreut werden.

2004 startete SOS-Kinderdorf Indien seine Familienstärkungsprogramme in Rourkela. Mit Hilfe dieser Programme soll verhindert werden, dass Familien ihre Kinder verlassen. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und unterstützt diese darin, bestmöglich für die Kinder zu sorgen. Organisiert wird die Präventionsarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Partnern. Das Familienstärkungsprogramm in Rourkela bietet Beratung und Unterstützung in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Bildung. Verschiedene Ausbildungen werden angeboten, die Menschen werden bei der Berufswahl beraten und bei der Arbeitssuche unterstützt. Man hilft den Familien, mit bereits bestehenden Selbsthilfegruppen Kontakt aufzunehmen. Wenn keine passende Gruppe existiert, wird eine neue gegründet. Neben Erziehungsberatung finden auch Aktivitäten statt, um Hygiene und Kinderrechte im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.

Seit April 2006 ist ein SOS-Sozialzentrum in Bau. Dieses besteht aus zwei großen Sälen und zwei kleineren Räumen und soll für verschiedene Zwecke verwendet werden: Berufsausbildung, Treffen von Selbsthilfegruppen, Workshops und Seminare für die Begünstigten des Familienstärkungsprogrammes. Außerdem sind zurzeit gerade in fünf der umliegenden Dörfer Gemeindezentren in Bau, von wo aus Familienförderung auf lokaler Ebene betrieben werden soll. Diese Aktivitäten werden in Zusammenarbeit mit örtlichen Frauengruppen ausgeführt.
 

2007 wurde in Rourkela eine SOS-Jugendeinrichtung eröffnet. Die Übersiedlung von Jugendlichen in eine Jugendwohneinrichtung geht meist mit dem Beginn einer Berufsausbildung oder dem Wechsel an eine höhere Schule einher. In dieser neuen Umgebung entwickeln die Jugendlichen, begleitet von qualifizierten Betreuern, realistische Zukunftsperspektiven, übernehmen mehr Verantwortung und treffen zunehmend eigene Entscheidungen. Gefördert werden Teamgeist und Kontakte zu Verwandten und Freunden, aber auch zu Behörden und möglichen Arbeitgebern.


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