Bischkek, die Hauptstadt Kirgisistans, liegt im Norden des Landes, nahe der kasachischen Grenze. Der Name der Stadt leitet sich von dem kirgisischen Wort für ein Gefäß ab, in dem Kumis (fermentierte Stutenmilch), das kirgisische Nationalgetränk, hergestellt wird. Das SOS-Kinderdorf Bischkek liegt in der Nähe des Ata Turk Parks inmitten eines Pinienwaldes und ist von einer langen Kette von malerischen Hügeln umgeben. Die Familienhäuser wurden in einem Kreis errichtet der die Sonne symbolisieren soll und neben jedem Familienhaus wurden Gemüse- und Blumenbeete angelegt. Die offizielle Eröffnung fand am 22. Juli 1999 im Beisein von Helmut Kutin, dem Präsidenten von SOS-Kinderdorf International, kirgisischen Regierungsvertretern und zahlreichen Ehrengästen statt.
Das SOS-Kinderdorf Bischkek umfasst vierzehn Familienhäuser für bis zu 126 Kinder, Häuser für den Dorfleiter und die SOS-Tanten (unterstützen die SOS-Kinderdorf-Mütter und vertreten sie im Falle ihrer Abwesenheit), einen Sportplatz und einen Verwaltungs- und Servicebereich.
Der SOS-Kindergarten verfügt über drei Gruppenräume und kann bis zu 60 Kinder aufnehmen; er steht Kindern aus dem SOS-Kinderdorf und aus der Nachbarschaft offen. Seit Herbst 2002 ist eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Betrieb, die Grund- und Sekundarschulausbildung für bis zu 400 Schüler bietet. Die Schule besteht aus vierzehn Klassenzimmern, einem Computerzimmer, Chemie-, Physik-, Geographie- und Biologielehrsälen, einer Bibliothek, einer Sporthalle, Räumen für praktischen Unterricht in Handarbeiten und Hauswirtschaft, einem Besprechungszimmer, einem Krankenzimmer und einem Mehrzwecksaal. Um den Bedürfnissen der steigenden Anzahl an Jugendlichen, die bereits dem SOS-Kinderdorf entwachsen sind, gerecht zu werden, wurde im Jahr 2005 eine SOS-Jugendeinrichtung eröffnet. Dort können die Jugendlichen während ihrer Berufsausbildung oder höheren Schulbildung wohnen und sich auf ein unabhängiges Leben vorbereiten. Das Familienförderprogramm zielt darauf ab, die speziellen Bedürfnisse von Kindern abzudecken (z.B. in medizinischer und materieller Hinsicht, in Bildungsfragen, soziale Fähigkeiten) und hilft Familien, selbständig für Schutz und Betreuung der Kinder sorgen zu können. Man unterstützt die Familien, eine verlässliche Einkommensquelle zu sichern und bietet Erziehungsberatung an.