Hauptstadt: Beirut
Fläche: 10.452 km²
Bevölkerungszahl: 3,8 Millionen (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Araber, Palästinenser, Armenier, Syrer
Amtssprache(n): Arabisch
Religion(en): Maronitische und griechisch-orthodoxe Christen, sunnitische, schiitische oder drusische Muslime
Währung: 1 Libanesisches Pfund = 100 Piastres
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
1964 fand die Idee Hermann Gmeiners, verlassenen und verwaisten Kindern in einem SOS-Kinderdorf ein Zuhause zu geben, ihren Weg in den Libanon. Im selben Jahr wurde ein Regierungsabkommen für die Gründung des libanesischen SOS-Kinderdorf-Vereins unterzeichnet, die knapp zwei Jahre später erfolgte. Das erste SOS-Kinderdorf des Landes wurde in Bhersaf, in der Region des Mont-Liban, errichtet. Die ersten Kinder konnten mit ihren SOS-Kinderdorf-Müttern 1969 einziehen.
1975 brach der Bürgerkrieg aus, der das bis dahin blühende Land auf Jahrzehnte erschütterte. Trotzdem oder gerade deshalb setzte SOS-Kinderdorf seine Arbeit fort und beschloss, weitere Einrichtungen zu bauen, um die Not der Kinder zu lindern. Um den Jugendlichen die ersten Schritte in ein selbständiges Leben zu erleichtern, wurde 1975 in Beirut die erste SOS-Jugendeinrichtung eröffnet, der ab 1978 noch weitere folgen sollten.
1981 konnte ein zweites SOS-Kinderdorf in Sferai, im Süden des Landes, bezogen werden. Allerdings waren die Mütter und Kinder in diesem SOS-Kinderdorf auf Grund der politischen Situation gezwungen, über Jahre sehr isoliert zu leben, da die Straße in die nächstgelegene Stadt wegen der Unruhen lange Zeit gesperrt war.
Das SOS-Sozialzentrum "SOS-Entraide" in Mkallès (Beirut) öffnete 1986 seine Tore für sozial benachteiligte Frauen und Familien aus der Umgebung, um ihnen Arbeit sowie wirtschaftliche und soziale Unterstützung zu bieten. Ziel dieser Einrichtung ist es, die Familien zu stärken. Insbesondere allein stehende Mütter mit Kindern unter 18 Jahren sollen unterstützt werden, um zu verhindern, dass sie ihre Kinder verlassen.
Im Mai 1991 wurde der Bürgerkrieg zwar offiziell beendet, die politische Lage entspannte sich aber nur sehr zögerlich. 1995 fand die Eröffnung des dritten SOS-Kinderdorfes in Kfarhay, im Norden des Landes, statt. Der angeschlossene Kindergarten steht auch den Kindern aus der Nachbarschaft zur Verfügung und trägt wesentlich zur Integration des SOS-Kinderdorfes in seiner Umgebung bei.
Das vierte SOS-Kinderdorf wird in der Region von Ksarnaba am 29. April 2006 offiziell eröffnet werden. Ein in der Gemeinschaft integriertes Sozialzentrum wird ebenfalls dort in Betrieb genommen werden. Eine umfassende Unterstützung im Sinne der Familienstärkung soll verhindern, dass Kinder verlassen werden.
Zur Zeit gibt es im Libanon vier SOS-Kinderdörfer, drei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS-Kindergärten und drei SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf Libanon (verfügbar auf Englisch)