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Länderinformation über Nepal 

Landschaft
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Landschaft


Nepal lässt sich in drei geographische Großräume teilen: Der Himalaya verläuft im Norden Nepals von Nordwest nach Südost entlang der Grenze zu China. Hier befinden sich neun der zehn höchsten Berge der Welt, darunter der Mount Everest mit 8.846 m Höhe. Parallel dazu liegt das zentrale Hochland mit einer durchschnittlichen Höhe von 2500 m. Im Süden des Landes, ebenfalls parallel zu den beiden übrigen Regionen, liegt das Flachland von Terai mit fruchtbaren Böden und tropischem Klima.

Klima


Die klimatischen Verhältnisse in Nepal hängen vor allem von der Höhenlage der jeweiligen Region ab. In den Hochgebirgsregionen herrschen das ganze Jahr über tiefe Temperaturen und Schnee. Im Terai- und im Katmandu-Tal sind die Sommer durch den Einfluss des Südostmonsuns heiß und regenreich, die Winter kalt.

Fauna/Flora


Laubwälder, Bambusgehölze, Rhododendren und Nadelwälder bestimmen je nach Höhenlage das Landschaftsbild. Über 3.600 m Höhe findet sich nur mehr spärliche Vegetation. Zur Tierwelt des Terai gehören Tiger, Leoparden, Hirsche und Elefanten, die vor allem in den feuchteren Landesteilen vorkommen. In den höheren Regionen leben Wildziegen, Wildschafe und Wölfe.

Politik/Geschichte


Die ersten Bewohner des heutigen Nepal waren die Newar, das erste Königreich wurde jedoch von den Kirati um das 6. Jahrhundert vor Christus im Katmandu-Tal gegründet. In den folgenden Jahrhunderten bildeten sich in den Gebirgsregionen verschiedene Fürstentümer.

Im 10. Jahrhundert bestieg die Dynastie der Malla den Thron des Fürstentums im Katmandu-Tal, festigte ihre Vorherrschaft und erlebte Ende des 15. Jahrhunderts ihre kulturelle Hochblüte.

Ende des 18. Jahrhunderts eroberte der Herrscher des Gebirgsfürstentums Gurkha, Prithur Narayan Shah, das Tal, stürzte die Malla, vereinte das Land und begründete so den modernen Staat Nepal in seiner heutigen Form. Die Expansionsbestrebungen des Königs und seiner Nachfolger führten zu bewaffneten Konflikten mit China, Tibet, Pandschab und Britisch-Indien.

Die Beziehungen zu Britisch-Indien waren zwischen 1791 und 1803 vertraglich geregelt, Grenzstreitigkeiten verschärften jedoch die Spannungen, sodass die Briten Nepal 1814 den Krieg erklärten, den sie 1815 gewannen. Während der folgenden dreißig Jahre rangen in Nepal pro-britische und anti-britische Kräfte um die Macht im Staat.

Der Machtkampf endete 1846 im Massaker von Kot, bei dem viele Adelige und eine Unzahl von Soldaten ihr Leben lassen mussten. Nach dem Massaker übernahm der Offizier Sir Jung Bahadur aus der pro-britischen Familie der Rana das Amt des Premierministers. Unter ihm wurde das Amt des Premierministers bis Mitte des 20. Jahrhunderts erblich.

Im 1. und 2. Weltkrieg unterstützte Nepal die Alliierten und stellte der britischen Armee Truppenkontingente zur Verfügung. Im Gegenzug sicherte Großbritannien die Unabhängigkeit Nepals, die 1923 vertraglich festgelegt worden war. Die Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 weckte demokratische Bestrebungen in Nepal, die in einem Volksaufstand und im Sturz des Rana-Regimes mündeten.

Zwischen 1951 und 1960 erlebte Nepal eine demokratische Phase mit Mehrparteiensystem. Im Dezember 1960 erklärte König Mahendra Bir Bikram Shah die Regierung für korrupt, löste Regierung und Parlament auf und ab 1962 trat eine Tutelardemokratie ohne politische Parteien in Kraft.

Nach dem Tod des Königs im Jahre 1972 bestieg dessen Sohn Birendra Bir Bikram, der 1975 gekrönt wurde, den Thron. In den folgenden Jahren setzte Birendra die Politik seines Vaters fort, sah sich allerdings aufgrund wachsender Proteste in der Bevölkerung zur Wiedereinführung des Mehrparteiensystems gezwungen. Im Mai 1991 gewann die Kongresspartei die ersten demokratischen Wahlen des Landes nach 32 Jahren; Premierminister wurde Girija Prasad Koirala.

Im April 1998 wurde er erneut im Amt bestätigt. Am 1. Juni 2001 kam es zu einem Massaker, als der Kronprinz König Birendra und einige weitere Mitglieder der königlichen Familie tötete und sich danach selbst richtete. Der jüngere Bruder des Königs, Gyanendra, wurde daraufhin zum neuen König gekrönt. Ein Aufstand maoistischer Rebellen im Jahr 1996 entwickelte sich zum Bürgerkrieg, der zehn Jahre dauern sollte. Als der König schließlich das Parlament auflöste und sich selbst an die Spitze der Regierung setzte, brachen Massenproteste im ganzen Land aus. Nach einem wochenlangen Generalstreik setzte König Gyanendra im April 2006 das Parlament wieder ein. Die neue Regierung führte Friedensverhandlungen mit den Maoisten und verabschiedete eine Interimsverfassung. Nach einer landesweiten Wahl im Jahr 2008 erklärte die neu gebildete Verfassunggebende Versammlung Nepal zur Demokratischen Bundesrepublik und schaffte die Monarchie ab. Der erste Präsident der Republik wurde im Juli 2008 gewählt.
 
Wirtschaft

Nepal gehört zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Welt. Rund 90% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt und erwirtschaften damit etwa die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts. Zu den wichtigsten Kulturpflanzen gehören Reis, Mais, Buchweizen, Gerste, Kartoffeln, Zuckerrohr, Hirse, Jute und Tabak; daneben werden Geflügel, Rinder und Wasserbüffel gezüchtet.

Grundlage der nepalesischen Industrie sind die Rohstoffe und landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Landes. Zu den wichtigsten Produkten gehören Zellulose, Baumwolltextilien und Papier, Baustoffe, Nahrungsmittel, Zigaretten und Schuhe.

Nachgewiesene Bodenschätze wie Gold, Erze, Kohle und Schwefel wurden aufgrund der Unwegsamkeit der Fundorte noch nicht erschlossen. Der Fremdenverkehr gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Arbeitslosigkeit lag 2008 bei 46% (geschätzt), die Inflationsrate für 2009 durchschnittlich bei 13,2%.

Kultur


Da Nepal nie von einem anderen Land beherrscht wurde, konnte eine unverfälschte Kultur bewahrt werden. Diese ist insbesondere durch den Hinduismus und in geringerem Umfang auch durch den Buddhismus geprägt. In ganz Nepal finden sich Pagodentempel und andere Gebäude, die mit reichen Holzschnitzereien versehen sind.

Der nepalesische Kalender kennt zahlreiche Feste, darunter ist Dashain zu Ehren der Göttin Durga das wichtigste Fest. Die Feierlichkeiten dauern 10 Tage während der die Familien zusammen kommen und gemeinsam religiöse Riten zelebrieren. Bestandteil des Festes ist die Opferung einer großen Zahl von Ziegen, Büffeln und Geflügel. Das Fest erreicht an seinem zehnten Tag, dem Sieg der Göttin Durga über die Dämonen, seinen Höhepunkt.



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