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SOS-Kinderdorf Calbayog 

Foto: SOS-Archiv
Foto: SOS-Archiv
 

1972 wurde das dritte philippinische SOS-Kinderdorf in Calbayog auf der Insel Samar, der drittgrößten Insel des Landes, errichtet. Die Insel ist sehr fruchtbar, Landwirtschaft ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Gemüse und exotischere Landwirtschaftsprodukte werden in die gesamte Region exportiert.

Das SOS-Kinderdorf Calbayog besteht aus zwölf Familienhäusern, dem Haus des Dorfleiters und einem Gemeinschaftshaus. Der SOS-Kindergarten steht auch Kindern aus der Nachbarschaft offen. In den 4 Klassen können bis zu 55 Kinder betreut werden. Der Kindergarten verfügt außerdem über eine Küche, wo die Mahlzeiten für die Kinder zubereitet werden. 1989 wurde neben dem SOS-Kinderdorf ein Heim für pensionierte SOS-Mütter errichtet.

In Calbayog befindet sich auch ein SOS-Sozialzentrum, welches der Bevölkerung der Umgebung eine Kindertagesstätte, Beratung und psychologische Betreuung bietet. Das Zentrum verfügt über zwei Räume für die Kinderbetreuung, eine Küche mit Speisesaal für das Ausspeisungsprogramm, zwei Büros, eine Bücherei sowie ein Klassenzimmer für Beratung bzw. Weiterbildung.

2007 startete SOS-Kinderdorf seine Familienstärkungsprogramme in Calbayog. Mit Hilfe dieser Programme soll verhindert werden, dass Familien ihre Kinder verlassen. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden zusammen und unterstützt diese darin, bestmöglich für die Kinder zu sorgen. Organisiert wird die Präventionsarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Partnern. Familienstärkungsprogramme bieten Beratung und Unterstützung in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Bildung. Verschiedene Ausbildungen werden angeboten, die Menschen werden bei der Berufswahl beraten und bei der Arbeitssuche unterstützt. Man hilft den Familien, mit bereits bestehenden Selbsthilfegruppen Kontakt aufzunehmen. Wenn keine passende Gruppe existiert, wird eine neue gegründet. Neben Erziehungsberatung finden auch Aktivitäten statt, um Hygiene und Kinderrechte im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.

Im Stadtzentrum von Calbayog wurde ein SOS-Jugendhaus eingerichtet. Ältere Jungen aus dem SOS-Kinderdorf ziehen für gewöhnlich in die SOS-Jugendeinrichtung, sobald sie mit einer Berufsausbildung beginnen oder an eine höhere Schule wechseln. In dieser neuen Umgebung entwickeln die Jugendlichen, begleitet von qualifizierten Betreuern, realistische Zukunftsperspektiven, übernehmen mehr Verantwortung und treffen zunehmend eigene Entscheidungen. Gefördert werden Teamgeist und Kontakte zu Verwandten und Freunden, aber auch zu Behörden und möglichen Arbeitgebern.

2009 wurde in Calbayog ein SOS-Ausbildungszentrum eröffnet, das über 14 Schulungsräume, eine Mehrzweckhalle, einen Administrationsbereich sowie Unterkünfte für die TeilnehmerInnen verfügt. Zu diesem Ausbildungszentrum gehört auch eine Landwirtschaft.

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