Das dritte thailändische SOS-Kinderdorf wurde nahe der Grenze zu Laos in der Stadt Nongkhai am Fluss Mekong errichtet. Dieses SOS-Kinderdorf wurde 1994 eröffnet. Die nördliche Provinz Thailands ist eine vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Region, in der sich aber auch eine alte Handwerkstradition gehalten hat. Die Einwohner der Stadt Nongkhai leben hauptsächlich vom Handel mit Laos. Die laotische Hauptstadt Vientiane ist in unmittelbarer Nähe am anderen Ufer des Flusses.
Das SOS-Kinderdorf Nongkhai wurde in der Nähe des modernen Regierungsviertels der Provinzhauptstadt errichtet und besteht aus elf Familienhäusern, Mitarbeiterunterkünften, einer Werkstatt und einem Gemeinschaftshaus. Es verfügt über eine Krankenstation, sodass die grundlegende medizinische Versorgung der Dorfbewohner gewährleistet ist. Alle Gebäude wurden im traditionellen örtlichen Baustil errichtet.
Der SOS-Kindergarten steht auch Kindern aus der Nachbarschaft offen. In drei Gruppenräumen können bis zu 70 Kinder betreut werden. Spitäler, Schulen und Märkte befinden sich in der Nähe des SOS-Kinderdorfes. Eine SOS-Jugendeinrichtung für Mädchen wurde im Dorf selbst errichtet, eine SOS-Jugendeinrichtung für Jungen befindet sich in der Stadt Nongkhai. Die Übersiedlung von Jugendlichen in eine Jugendwohneinrichtung geht meist mit dem Beginn einer Berufsausbildung oder dem Wechsel an eine höhere Schule einher. In dieser neuen Umgebung entwickeln die Jugendlichen, begleitet von qualifizierten Betreuern, realistische Zukunftsperspektiven, übernehmen mehr Verantwortung und treffen zunehmend eigene Entscheidungen.