Die Kinder in Vietnam brauchen Ihre Hilfe!
Seit Anfang der neunziger Jahre befindet sich Vietnam im Umbruch: von der Plan- zur Marktwirtschaft. Auch wenn die positiven Auswirkungen der Wirtschaftsreformen mittlerweile bei einem Großteil der Menschen ankommen, mangelt es vielen immer noch am Nötigsten. Viele Familien mit Kindern sind von Armut betroffen. Sie brauchen dringend Unterstützung, bevor der Druck zu groß wird.
- Knapp ein Drittel der Landbevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. In den Städten sind es rund zehn Prozent der Menschen, die ums Überleben kämpfen.
- Viele Kinder müssen nach der Grundschule ihre Schullaufbahn beenden, um die Familie wirtschaftlich zu unterstützen. Vor allem auf dem Land ist Kinderarbeit vielerorts noch üblich.
- In Vietnams Städten leben tausende Straßenkinder. Allein in Hanoi sollen es etwa 5000 Kinder sein, die den Gefahren der Straße ausgesetzt sind.
- Auch wenn die Regierung den Etat für Bildung in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt hat, fehlt es vor allem in den ländlichen Gebieten noch an Bildungsprojekten und -einrichtungen.
- Fast zwei Drittel der Bevölkerung Vietnams arbeiten in der Forst-, Fischerei- und Landwirtschaft. Die häufigen Stürme und Überschwemmungen bedrohen diese Menschen in ihrer Existenz.
- In der Erde Vietnams liegen noch unzählige Landminen. Seit Kriegsende wurden weit mehr als 100.000 Unfälle gemeldet, deren Ursache Landminen waren.
Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Vietnam!
Unser Engagement für die Kinder Vietnams begann Ende der sechziger Jahre, also noch während des Vietnamkrieges. Nach Kriegsende schloss die neue kommunistische Regierung die SOS-Kinderdörfer und SOS-Einrichtungen im Land. Das war 1976. Daraufhin folgten jahrelange Verhandlungen, um die Wiedereröffnung zu ermöglichen. Im Jahr 1987 erreichten wir endlich dieses Ziel, so dass wir unsere wichtige Arbeit in Vietnam fortsetzen konnten.
Heute leben fast 1800 Kinder und Jugendliche in vietnamesischen SOS-Kinderdörfern. In unseren Kindergärten werden derzeit mehr als 2200 Mädchen und Jungen aus den SOS-Dörfern sowie aus deren Nachbarschaft betreut.
Für viele Kinder in Vietnam ist Bildung der Schlüssel zu einem Leben mit Perspektive. Daher legen wir bei unserer Arbeit auch großen Wert auf eine vernünftige Ausbildung der Kinder. Rund 10.000 Schüler besuchen heute in Vietnam die Hermann-Gmeiner-Schulen. Alle der insgesamt zehn Schulen bieten sowohl Unterricht für Grundschüler als auch weiterführende Klassen an.
Wie in vielen anderen Ländern, in denen wir tätig sind, intensivieren wir auch in Vietnam unsere Programme zur Stärkung der Familie. Die Initiativen folgen einem einfachen Grundsatz: Rechtzeitig handeln, bevor Familien zerbrechen und die Kinder ohne Schutz auf der Straße landen. In Vietnam gibt es derzeit zwei solche Programme für jeweils rund 100 Kinder. Finanzielle Hilfen für Essen, Kleidung und Schulgeld sind darin ebenso enthalten wie Beratung der Eltern bei Ernährung, Erziehung und Familienplanung. Unser Ziel ist es, überall dort in Vietnam ein Familienstärkungsprogramm zu starten, wo es ein SOS-Kinderdorf gibt.
Heute gibt es in Vietnam folgende SOS-Einrichtungen: Zwölf Kinderdörfer, zehn Jugendeinrichtungen, 13 Kindergärten, zehn Hermann-Gmeiner-Schulen, ein Berufsbildungszentrum, zwei Sozialzentren, zwei Kliniken sowie ein Ausbildungszentrum für SOS-Mütter und -Personal.