Schon im März 1994 wurde der Grundstein für das erste albanische SOS-Kinderdorf in Sauk, nahe Tirana, gelegt und im September 1994 ging auch ein SOS-Kindergarten in Bau. Die ersten Familien konnten im Juli 1995 in die neu errichteten Familienhäuser einziehen und im November 1995 wurde der SOS-Kindergarten in Betrieb genommen. Auch eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule mit einer Kantine wurde errichtet und ist seit Mai 1996 in Betrieb. Die feierliche offizielle Eröffnung des SOS-Kinderdorfes Tirana fand im Oktober 1996 im Beisein von Helmut Kutin, dem Präsidenten von SOS-Kinderdorf International, statt.
Ein SOS-Nothilfeprogramm wurde 1999 gestartet, als kurzfristig 700 Flüchtlinge aus dem benachbarten Kosovo im SOS-Kinderdorf aufgenommen und versorgt wurden. Zu diesem Zweck wurden zwei Gebäude angemietet und umgebaut. Nach der Rückkehr der meisten Flüchtlinge übergab SOS-Kinderdorf diese Gebäude den albanischen Behörden zur weiteren Nutzung. In einem dieser Häuser wurde bald darauf mit Hilfe von SOS-Kinderdorf die erste Kinderbibliothek Albaniens "Home of Books" ("Heim der Bücher") eröffnet. Neben heimischer Literatur bietet diese Einrichtung den Kindern auch fremdsprachige Bücher an, sowie andere Freizeitbeschäftigungen wie Töpfern, Malen, Computer, Fremdsprachen lernen und vieles mehr, um sie von der Straße fernzuhalten. 2003 startete SOS-Kinderdorf Albanien Familienförderprogramme. Ziel dieser Programme ist es, zu verhindern, dass Familien ihre Kinder verlassen und den Kindern somit den Verbleib in ihren Familien zu sichern. Gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern hilft SOS-Kinderdorf den Familien, ihre Kinder bestmöglich zu betreuen. Zurzeit gibt es in Albanien ein SOS-Kinderdorf, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, einen SOS-Kindergarten, eine SOS-Jugendeinrichtung und zwei SOS-Sozialzentren (Familienförderprogramme).
Das SOS-Kinderdorf Tirana befindet sich in Sauk, einem kleinen Ort mit rund 6.000 Einwohnern, ungefähr vier Kilometer südöstlich von Tirana. Es ist direkt hinter einem Park, der auch einen See umfasst, sehr schön gelegen. Das SOS-Kinderdorf Tirana besteht aus dreizehn Familienhäusern, einem Mehrzwecksaal, einer Bibliothek, Häusern für die SOS-Tanten (unterstützen die SOS-Kinderdorf-Mütter und vertreten sie im Falle ihrer Abwesenheit) und den Dorfleiter sowie einem Verwaltungs- und Servicebereich. Zusätzlich wurde auch ein Sport- und Spielplatz angelegt.
Bis zu 125 Kinder können in dem 5 Gruppenräume unfassenden SOS-Kindergarten betreut werden. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule bietet sowohl Grund- als auch Sekundarschulerziehung für bis zu 300 Kinder an. Sie umfasst zehn Klassenräume, zwei Labors, eine Bücherei, einen Mehrzwecksaal und eine Kantine. Im September 2001 wurden Wohnungen im Zentrum Tiranas angemietet, die als SOS-Jugendeinrichtung für die Jugendlichen genützt werden, die dem SOS-Kinderdorf bereits entwachsen sind. Die Jugendlichen leben dort während ihrer höheren Schulbildung oder Berufsausbildung und können sich langsam auf ein selbständiges Leben vorbereiten. Zusätzlich bietet ein SOS-Sozialzentrum seit 2003 das Programm "open up the village" ("Das Dorf nach außen öffnen") für bedürftige Familien an, um damit zu verhindern, dass diese aus Armut ihre Kinder weg geben. Dieses Programm wurde 2006 erweitert und 2007 um ein zusätzliches Familienförderprogramm ergänzt. Die Familienförderprogramme zielen darauf ab, die speziellen Bedürfnisse von Kindern abzudecken (z.B. in medizinischer und materieller Hinsicht, in Bildungsfragen, soziale Fähigkeiten) und helfen Familien, selbständig für Schutz und Betreuung der Kinder sorgen zu können. Man unterstützt die Familien, eine verlässliche Einkommensquelle zu sichern und bietet Erziehungsberatung an.