Die Kinder in Bosnien-Herzegowina brauchen Ihre Hilfe!
Mehr als ein Jahrzehnt nachdem das Friedensabkommen von Dayton den Krieg in Bosnien und Herzegowina beendet hat, ist der Großteil der zerstörten Städte, Dörfer und Regionen wieder aufgebaut. Doch der Krieg hat tiefere Wunden hinterlassen als Risse in den Häusern: Familien wurden zerstört, Kinder müssen ohne Vater oder Mutter aufwachsen. Viele Kinder und Jugendliche leiden immer noch unter den schrecklichen Kriegserlebnissen und sind oft auf Hilfe von Experten angewiesen. Auch wirtschaftlich erholt sich Bosnien-Herzegowina nur langsam. Vor allem Großfamilien leben zunehmend in Armut.
- In Bosnien-Herzegowina gibt es Schätzungen zufolge noch eine Million Landminen. Zwischen den Jahren 1996 und 2006 forderten die Sprengsätze mehr als 15.000 Opfer. Etwa ein Viertel davon sind Kinder.
- Fast jedes zehnte Kind im schulpflichtigen Alter geht nicht zur Schule. Vor allem Schüler aus ländlichen Regionen brechen ihre Schulausbildung vorzeitig ab. Zudem geht nur etwa ein Fünftel der Roma-Kinder in eine Schule.
- Roma-Familien leben häufig in extremer Armut und sind Opfer von Diskriminierung.
- In vielen Schulen des Landes werden bosnische und kroatische Kinder nicht gemeinsam unterrichtet. Das bedeutet, dass kein Austausch zwischen Kinder unterschiedlicher Herkunft stattfinden kann.
Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Bosnien-Herzegowina!
Unser Engagement im Bosnien-Herzegowina begann noch während des Krieges Anfang 1994. Damals konnten die SOS-Mitarbeiter vor Ort erreichen, dass mehr als 400 elternlose Kinder bei Pflegefamilien untergebracht wurden. Kurz darauf entstanden außerdem ein Beratungszentrum für Familien und ein SOS-Klub, der allerdings 1995 aufgrund der Kriegswirren schließen musste. Kinder hatten dort unter anderem die Möglichkeit, ihre traumatischen Kriegserlebnisse über Theaterspielen oder Malen zum Ausdruck zu bringen und zu verarbeiten.
Die beiden SOS-Kinderdörfer Bosnien-Herzegowina entstanden nach Kriegsende in Sarajewo und in der kleinen Stadt Gracanica im Norden. Im Dezember 1999 öffnete zudem das neue SOS-Sozialzentrum in Sarajevo seine Pforten. Es ist in vielerlei Hinsicht eine Fortsetzung des SOS-Klubs aus Kriegstagen und dient auch als Kindergarten und Jugendzentrum.
Im Jahr 2003 fuhr zum ersten Mal der SOS-Spielbus durch die Straßen Sarajewos. Seitdem macht der Bus auf seiner Tour regelmäßig Station in Kranken- und Waisenhäusern sowie grauen Betonsiedlungen, denen ein bisschen Abwechslung und Farbe mehr als gut tut. Unter Anleitung der Pädagogen lernen die Kinder Neues und werden kreativ.
Außerdem haben die SOS-Kinderdörfer an insgesamt drei Orten Bosnien-Herzegowinas Kindertagesstätten eröffnet. Dies erlaubt es den Müttern tagsüber beruhigt arbeiten zu gehen und so den Lebensunterhalt zu sichern. In den Tagestätten werden die Kleinen auch auf die Schule vorbereitet.
Unser jüngstes Projekt in Bosnien-Herzegowina ist ein Programm zur Stärkung der Familie in dem Städtchen Gorazde. Derzeit werden knapp 100 Kinder aus 70 Familien gefördert. Neben medizinischer Betretung und Beratung in Erziehungsfragen können Familien auch eine finanzielle Unterstützung bekommen. Ziel des Programms ist es, Familien in prekären Situationen vor dem Zerbrechen zu bewahren.
Heute gibt es in Bosnien-Herzegowina folgende SOS-Einrichtungen: zwei Kinderdörfer, ein Sozialzentrum, zwei Jugendeinrichtungen und drei Kindertagesstätten.