Zehra startet mit den Vorbereitungen fürs Weihnachtsfest gegen Jahresende. Da hat sie genügend Zeit, denn das orthodoxe Weihnachtsfest wird dem julianischen Kalender folgend erst dann gefeiert, wenn auf unserem gregorianischem Kalender, nach dem sich auch der bosnische Alltag richtet, der 7. Januar steht.
Zu den Vorbereitungen gehört nicht nur das Aufstellen und Schmücken der Tanne. Das ganze Hause wird geschmückt. Die Weihnachtsdekoration bleibt bis zum 14. Januar, dem alten Neujahrstag der orthodoxen Kirche. Übrigens lässt Zehra ihre Kinder ziemlich viel selbstständig machen. Sie greift nur ein, wenn sie gebraucht wird.

Dragan bricht das Weihnachtsbrot mit der Münze
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Das Essen am Vorabend von Weihnachten ist der erste Höhepunkt. Es wird ein ungesäuertes Brot gereicht und gebrochen, in dessen Teig eine glücksbringende Münze geworfen wurde. Ein Glückspilz, wer das Stück Brot mit der Münze drin erwischt! "Früher musste ich sechs Münzen reinstecken, damit jeder eine kriegt und keine Fetzen fliegen. Aber inzwischen hat sich das gelegt," erzählt Zehra lachend. Die Kinder haben sich darauf geeinigt, wer das Brot brechen darf. Wann der Weihnachtsmann die Geschenke bringt, ist unterschiedlich im SOS-Kinderdorf Sarajewo. Die meisten Kinder beschenkt er in der Nacht zum neuen Jahr. Aber ins Eichhörnchen-Haus kommt er in der Christnacht. Einer alten orthodoxen Tradition folgend werden die Geschenke auf Heu unter dem Esstisch gelegt.

Geschenke werden ausgepackt
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Der nächste Morgen gehört zu den lautesten im Eichhörnchen-Haus: Da wird ausgepackt, da muss jeder genau wissen, was der andere gekriegt hat. Da wird ausprobiert. Und es gibt jede Menge Süßigkeiten. Das Telefon steht nicht mehr still. Mit den Worten "Christus ist geboren" ("Hristos se rodi") melden sich Freunde und Verwandte. Die Antwort darauf ist "Christus ist tatsächlich geboren!" ("Vajstinu se rodi").
Am Nachmittag gehen die sechs Kinder mit ihrer SOS-Mutter Zehra in die Kirche und treffen dort ihren Paten, den Dekan der Diözese von Sarajewo. "Wir gehen in die Kirche und stellen Kerzen auf - für unsere Gesundheit und für unser Glück! Die größte stelle ich immer für meine SOS-Mutter auf," erklärt Nenad, der mittlere aus der Schar der sechs "Eichhörnchen".
Ach ja: Die "Eichhörnchen" aus Sarajewo wünschen auch Ihnen ein schönes Weihnachtsfest!