
Aus Fußball-Kameraden werden Freunde - Foto: K. Ilievska
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Die Kinder aus Bosnien-Herzegowina und Serbien-Montenegro haben sich vor einigen Jahren im SOS-Sommerferiendorf im oberitalienischen Caldonazzo kennen gelernt. Keiner gab viel darauf, unterschiedlichen Volksgruppen anzugehören, die sich im Bürgerkrieg bekämpft hatten. Trotzdem begegneten sich die Kinder zunächst mit Distanz. Bis zum jenem Fußball-Spiel ...
An jenem Tag fehlte im Team der Kinder aus Sarajevo ein Spieler. Also meldete sich Jovan und spielte bei ihnen mit. Er erkämpfte sich sofort den Ball, dribbelte zwei Spieler aus, passte zu Samer - und der schob die Kugel ins Tor. Jubel, Umarmung - das Eis war gebrochen. Team Sarajevo gewann das Match und machte Jovan in Caldonazzo zum Stammspieler. Er kickte nicht nur mit den bosnischen Kindern, sondern er kam auch zum Essen, ging mit ihnen schwimmen und traf sich mit ihnen abends. Die bosnischen Jungen und Mädchen schlossen in ihr Herz und freundeten sich auch mit den anderen serbischen Kindern an.
"Jovan ist mein bester Freund", sagt Samer. "Er ist wahnsinnig nett - und weiß so viel über Fußball!" Seine Beliebtheit macht Jovan geradezu verlegen: "Ich wollte einfach ihrem Team helfen und ihr Freund werden", sagt er schüchtern. "Ich bin glücklich, dass es so gekommen ist."

Jovans Team leiht den Kindern aus Sarajevo Fußballschuhe - Foto: K. Ilievska
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Wiedersehen beim SOS-Turnier
Was für die Kinder keine Rolle spielt: Jovan hat eine leichte geistige Behinderung. Er besucht in Novi Sad die 6. Klasse der Sonderschule. "Er ist sehr gut integriert", sagt sein Pädagoge. "Er bekommt viel Hilfe und arbeitet sehr hart, um Fortschritte zu machen. Wir sind sehr stolz auf ihn."
Als Adnan und Jovan sich nun im Mai beim Fußball-Turnier der SOS-Kinderdörfer in Bulgarien wieder getroffen haben, war die Wiedersehensfreude riesig. Jovan spielte diesmal zwar nicht im Team Sarajevo. Aber er brachte seine Mannschaftskameraden dazu, den bosnischen Kindern Fußballschuhe zu leihen. Die gewannen damit im Spiel gegen das mazedonische Team prompt mit 5:0.
*Um die Privatsphäre der Kinder zu schützen, sind alle Namen geändert.