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Länderinformation über Estland 

Landschaft
Klima
Fauna/Flora
Geschichte/ Politik
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Kultur

Landschaft


Rund ein Viertel des Landes ist mit Wald bedeckt, der hauptsächlich aus Kiefern, Birken, Espen und Tannen besteht. An der Küste des Finnischen Meerbusens wurde der Nationalpark Lahemaa errichtet. Elche, Hirsche und Wildschweine sind Vertreter der heimischen Tierwelt.

Einige bedrohte Tierarten wie Biber, Rotwild und Waldhühner stehen unter Artenschutz. Überaus artenreich präsentiert sich die Flora Estlands mit über 1470 und die Vogelwelt mit etwa 300 verschiedenen Arten. Eine Besonderheit der estnischen Fauna ist auch das Europäische Flughörnchen.

Klima


Das Land liegt in der kühlgemäßigten Klimazone. Durch die Nähe zum Meer unterliegt das Klima maritimen Einflüssen, so dass die Winter relativ mild, die Sommer warm sind. Zum Landesinneren steigt der kontinentale Charakter des Klimas, und die Schwankungen der Temperatur im Jahresverlauf werden größer. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt zwischen 500 und 700 mm.

Fauna/Flora


Rund ein Viertel des Landes ist mit Wald bedeckt, der hauptsächlich aus Kiefern, Birken, Espen und Tannen besteht. An der Küste des Finnischen Meerbusens wurde der Nationalpark Lahemaa errichtet.

Elche, Hirsche und Wildschweine sind Vertreter der heimischen Tierwelt. Einige bedrohte Tierarten wie Biber, Rotwild und Waldhühner stehen unter Artenschutz.

Überaus artenreich präsentiert sich die Flora Estlands mit über 1470 und die Vogelwelt mit etwa 300 verschiedenen Arten. Eine Besonderheit der estnischen Fauna ist auch das Europäische Flughörnchen.

Geschichte/ Politik


Die Esten gehören zu der Familie der Finno-Ugrier, die vor etwa 6000 Jahren in der Region sesshaft wurden. Schon im 1. Jahrhundert nach Christus waren sie in kleinen Staaten organisiert und betrieben ab dem 4. Jahrhundert nach Christus Ackerbau, Viehzucht, Handel und Seefahrt.

Ab Ende des 11. Jahrhunderts war Estland Ziel mehrer Eroberungsversuche, die jedoch abgewehrt werden konnten. Dem vom Bischof von Livland gegründeten Schwertbrüderorden gelang es allerdings im 12. Jahrhundert, den Süden Estlands zu erobern. 1237 wurden die Schwertbrüder von livischen Truppeneinheiten besiegt und mit dem Deutschen Ritterorden - einem von deutschen Kreuzrittern gegründeten, religiösen Orden - vereint.

Nach seiner Eroberung wurde das Land zwischen Angehörigen des ehemaligen Schwertbrüderordens, Dänemark und den Bischöfen von Tartu und Saare-Lääne in kleine Feudalherrschaften aufgeteilt und kurze Zeit später wurde das Königreich Livland gegründet. Nach einigen Aufständen zwischen 1343 und 1345 verkaufte der dänische König seine Besitzungen im Norden Estlands an den Deutschen Ritterorden, der das Land zusammen mit der Hanse bis 1561 beherrschte. 1561 wurde der Orden aufgelöst, der Süden Estlands fiel an Polen, der Rest des Landes an die schwedische Krone. Ab 1645 war ganz Estland schwedischer Besitz.

Im 2. Nordischen Krieg (1700-1721) eroberte Russland Livland, das ihm im Frieden von Nystad zugesprochen wurde und ab 1783 russische Provinz war. Nach der Oktoberrevolution erlangte Estland seine Unabhängigkeit, erklärte sich zur unabhängigen Republik und wurde 1920 von den Bolschewiken anerkannt. Im Juni 1940 besetzten russische Truppen im Einklang mit den Abkommen zwischen der Sowjetunion und dem Dritten Reich Estland sowie die beiden anderen baltischen Staaten, Lettland und Litauen, und machten sie zu Sowjetrepubliken.

Zwischen 1941 und 1942 waren die baltischen Staaten von deutschen Truppen besetzt und gelangten nach deren Rückzug wieder unter russischen Einfluss. Während der nächsten 45 Jahre, bis 1991, war Estland Sowjetrepublik. Kurz nach dem Fall des Kommunismus erkannte die sowjetische Regierung im September 1991 die Unabhängigkeit der baltischen Staaten an, wobei es jedoch zu Gebietsstreitigkeiten zwischen Estland und Russland kam.

1991 wurde Lennart Meri zum Präsidenten des Landes gewählt, der 1993 mit Lettland und Litauen ein Freihandelsabkommen unterzeichnete, Importzölle aufhob und einheitliche Zoll- und Einreisebestimmungen vereinbarte. Im August 1994 zog Russland seine Truppe ab, dennoch bestehen weiter Zwistigkeiten zwischen den beiden Staaten.

1995 wurde ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union abgeschlossen und seither eine neoliberale Wirtschaftspolitik verfolgt. Meri wurden bei den Wahlen von 1996 wiedergewählt, im Jahr 2001 konnte sich keiner der Kandidaten durchsetzen und Arnold Rüütel wurde vom Wahlkomitee zum Präsidenten ernannt.

Wirtschaft


Seit seiner Unabhängigkeit von der Sowjetunion hat Estland durchgreifende Reformen in Richtung freier Marktwirtschaft durchgeführt und die Mehrzahl der staatlichen Unternehmen privatisiert. Diese Politik ermöglichte im Jahr 2000 ein Bruttoinlandsprodukt von 6% und ein Absinken der Inflationsrate.

Die wichtigsten Industriezweige umfassen die Lebensmittel- und Bekleidungsindustrie, die Metallverarbeitung und die Nutzholzindustrie. Estland verfügt jedoch auch über eine wachsende Tourismuswirtschaft. Im Jahr 2002 belief sich die Inflationsrate auf 3,6%, die Arbeitslosenrate lag bei 10,3%.

Kultur


Estlands Folklore überdauerte durch mündliche Überlieferung viele Jahrhunderte der Fremdherrschaft. Sie umfasst Lieder und Gedichte über den Lauf der Jahreszeiten, das bäuerliche Leben, die Familie, Liebe und Mythen. Die älteste überlieferte Liedart sind Runenlieder, die auf das erste Jahrtausend vor Christus zurückgehen. Moderne estnische Literatur begann sich Anfang des 19. Jahrhunderts mit Gedichten von Kristjan Jaak Peterson zu entwickeln.

Das nationale Heldenepos, Kalevipoeg (Sohn des Kalev), wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Friedrich Reinhold Kreutzwald verfasst. Der bedeutendste Dichter des 20. Jahrhunderts war Anton Hansen Tammsaare (1878-1940).



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