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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Europa Island

Länderinformation über Island 

Landschaft
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Politik/Geschichte
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Landschaft


Island ist eine Insel vulkanischen Ursprungs mit zahlreichen noch aktiven Vulkanen, heißen Quellen und Geysiren. Die Küste im Westen und Norden der Insel ist von schroffen Klippen geprägt und auch die Halbinsel im nordwestlichen Landesteil hat eine steile Küste. Die zentral gelegenen Regionen Islands werden von einer unbewohnten Hochlandfläche aus Lava eingenommen. Hier liegt auch der höchste Berg Islands, der Hvannadalshnukur mit 2119 m.

Mehr als 120 Gletscher und mehr als 200 Vulkane tragen noch heute zur einer ständigen Veränderung der Landschaft bei. Das salzhaltige Schmelzwasser der Gletscher ergießt sich in unzählige Flüsse und Seen und stürzt über zahlreiche Abgründe als Wasserfälle in die Tiefe.

Klima


Islands Klima ist maritim mit relativ milden Wintern und kühlen Sommern. Im Norden, Nordwesten und Osten des Landes führen Luftströmungen aus polaren Gebieten zu niedrigeren Temperaturen als im Süden der Insel. Die Durchschnittstemperaturen liegen in Reykjavik bei -0,6°C im Winter und 11°C im Sommer. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beläuft sich 800 bis 2000 mm und erreicht im Landesinneren bis zu 4000 mm. Im Juni bleibt es durch die Mitternachtssonne bis zu 20 Stunden hell, während es im Winter kaum einige Stunden dämmrig wird.

Fauna/Flora


Auf Grund des Klimas ist die Vegetation spärlich und umfasst nur verschiedene Gräser, Zwergsträucher, Moose und Flechten. Kleine Waldreste bestehen aus Birken und Weiden. Als einziges heimisches Säugetier lebte früher der Polarfuchs auf Island. Später brachten Siedler Pferde, Schafe, Rinder und Nagetiere auf die Insel. Reptilien und Amphibien fehlen der isländischen Fauna gänzlich. Island ist Heimat vieler Vogelarten.

Es gibt große Kolonien von Papageientauchern, Eissturmvögeln und viele Entenarten. An den Küsten leben Robben und Seehunde, in den Gewässern rund um die Insel tummeln sich Wale, Kabeljau, Schellfisch und Heilbutt. In Islands Seen bieten Lebensraum für Lachse und Forellen.

Politik/Geschichte


Obwohl Island Seefahrern bereits seit dem 4. Jahrhundert nach Christus bekannt war, nahm die Besiedlung der Insel erst im Jahr 874 durch Norweger, andere Skandinavier und Briten ihren Anfang. Um 930 wurde das sogenannte "Althing" -eine Versammlung freier Männer - gegründet, das als Regierung diente. Staatsoberhaupt gab es die folgenden 300 Jahre lang keines.

Das Althing verfügte die Konvertierung der Isländer zum katholischen Glauben, was in den kommenden Jahrhunderten zu internen Machtkämpfen führte. Der norwegische König nutzte diese Streitigkeiten und ließ sich 1264 zum König Islands ernennen.

1380 vereinigten sich Norwegen und Dänemark einschließlich Islands unter einem Herrscher. Während der Jahrhunderte langen dänischen Dominanz betrieb Dänemark nicht nur eine Wirtschaftspolitik, die Island an den Rand des Ruins brachte, sonder schränkte 1661 auch die Befugnisse des Althing ein, das seine Funktion als rechtsprechendes Organ verlor.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Althing seiner Befugnisse gänzlich beraubt, jedoch gelang es den Isländern im Windschatten der revolutionären Strömungen auf dem europäischen Kontinent, die Wiederherstellung des Althing im Jahr 1843 zu erwirken und durften ab 1853 auch mit anderen Ländern Handel betreiben. Dennoch wurden die Unabhängigkeitsbestrebungen weiter verfolgt und mündeten 1904 in der Autonomie und 1918, nach dem Ende des 1. Weltkrieges, in der Anerkennung als unabhängiger Staat, der nominell zu Dänemark gehörte.

Im 2. Weltkrieg wurde Dänemark von den Deutschen, Island von britischen Truppen besetzt, wodurch 1943 die Erneuerung des Unionsvertrages verhindert wurde. Island beschloss daraufhin nach einer Volksabstimmung, diesen Vertrag nicht zu erneuern und rief im Juni 1944 unter Svein Björnsson als ersten Präsidenten die Republik aus. Da Islands Wirtschaft vom Fischfang abhängt, erweiterte die Regierung 1964 und 1973 die Grenzen seiner Hoheitsgewässer und löste damit den sogenannten ersten und zweiten "Kabeljaukrieg" mit Großbritannien aus.

1975 legte Island die Grenzen der Hoheitsgewässer bei 200 Meilen fest und beschwor damit den dritten und ernstesten Kabeljaukrieg mit Großbritannien herauf. 1976 einigten sich die Kontrahenten und Großbritannien anerkannte die neuen Seegrenzen. Im Jahre 1980 wurde Vigdís Finnbogadóttir als erste Frau der Welt in freien Wahlen in ein Präsidentenamt gewählt. Sie wurde drei Mal in ihrem Amt bestätigt, 1996 folgte ihr Olafur Grímsson in ihrer Funktion nach.

Wirtschaft


Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig des Landes, während Fischfang nur eine zusätzliche Einkommensquelle darstellte. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts beruht Islands Wirtschaft hauptsächlich auf Fischerei und hängt somit von Fangquoten und den Weltmarktpreisen für Fischprodukte, die im Land erzeugt werden, ab.

Obwohl sich etwa 20% der Landesfläche für die landwirtschaftliche Nutzung eignen, werden lediglich 6% als Ackerland verwendet, der Rest wird hauptsächlich für die Schafzucht heran gezogen. Um dieser Abhängigkeit entgegen zu steuern, strebt die isländische Regierung eine Stärkung anderer Wirtschaftszweige, wie etwa Tourismus, Biotechnologie und Informationstechnologie, an. Im Jahr 2002 betrug die Inflationsrate 6%, die Arbeitslosenrate lag bei 3,3%.

Kultur


Isländische Sagas sind zusammen mit Legenden und Erzählungen über die ersten Siedlerfamilien die klassische Literaturform Islands. Sie entstanden zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert und wurden zunächst nur mündlich überliefert, erst ab dem 13. Jahrhundert wurden sie schriftlich festgehalten.

Im 19. Jahrhundert übten europäische Autoren einen wichtigen Einfluss auf Islands Schriftsteller aus, die neuen Strömungen spiegeln sich in den Werken der Poeten Bjarni Thorarensen und Jónas Hallgrímsson wider. Im Jahre 1955 erhielt Halldór Laxness den Nobelpreis für Literatur.



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