Hauptstadt: Nördlicher Teil von Nikosia
Fläche: 3.355 km²
Bevölkerungszahl: 215.000
Bevölkerungsgruppen: türkische Zyprioten
Sprache(n): Türkisch
Religion(en): Islam
Währung: 1 Neue Türkische Lira = 100 Neue Kurus
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Im Jahr 1989 wurden erste Kontakte mit der nordzypriotischen Vertretung in der Türkei aufgenommen. In Nordzypern fehlte bis zu diesem Zeitpunkt ein schlüssiges Konzept für die Betreuung verwaister und verlassener Kinder, daher bestand großes Interesse, sich bei der Reform des Sozialwesens an der SOS-Kinderdorf-Idee zu orientieren. Im April 1992 wurde dann in der Hauptstadt Lefkosa (Nikosia) der Grundstein für ein SOS-Kinderdorf mit zugehörigem Kindergarten gelegt. Der SOS-Kindergarten nahm seinen Betrieb im September 1993 auf, und drei Monate später bezogen die ersten Kinder ihr neues Zuhause im SOS-Kinderdorf.
Aufgrund des ausgezeichneten Rufs des SOS-Kinderdorfes Lefkosa waren die lokalen Behörden bemüht Kinder statt in öffentlichen Waisenheimen vermehrt im SOS-Kinderdorf unterzubringen, wo sie in einer familienähnlichen Umgebung aufwachsen konnten. In der Folge wurde eine Erweiterung des SOS-Kinderdorfes Lefkosa um fünf Familienhäuser notwendig. Gleichzeitig bestand bereits Bedarf an einer geeigneten Einrichtung für die Unterbringung und Betreuung von etwa 30 Jugendlichen. Aufgrund dessen wurde 1997 in Lefkosa ein Apartmenthaus für Mädchen gekauft und mit dem Bau einer SOS-Jugendeinrichtung für Burschen in der 30 Kilometer von Lefkosa entfernt gelegenen Hafenstadt Girne begonnen. Im Sommer 2000 übersiedelten auch die Mädchen in das seit 1998 geöffnete Jugendhaus in Girne, das mehr Platz bot.
Anfang 2007 startete SOS-Kinderdorf ein Familienförderprogramm in Lefkosa. Ziel dieses Programms ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Nordzypern ein SOS-Kinderdorf, eine SOS-Jugendeinrichtung, einen SOS-Kindergarten sowie ein SOS-Sozialzentrum.