Hauptstadt: Oslo
Fläche: 324.220 km²
Bevölkerungszahl: 4,4 Millionen (Schätzung Dezember 2000)
Bevölkerungsgruppen: 98% Norweger, 20.000 Lappen (Samen)
Amtssprache(n): Norwegisch
Religion(en): Evangelisch-lutherische Kirche (86%)
Währung: 1 Norwegische Krone = 100 Øre
Anfang der 1960er-Jahre gelangte die SOS-Kinderdorf-Idee auch nach Skandinavien. Auf Initiative von Hermann Gmeiner wurde schließlich am 10. Juli 1964 in Oslo von einer kleinen Gruppe von Personen rund um den damaligen österreichischen Konsul, Arne Örvig, das "Komiteen for norske venner av SOS-barnebyer" (Komitee der norwegischen Freunde der SOS-Kinderdörfer) zur Unterstützung der weltweiten Arbeit von SOS-Kinderdorf gegründet. Zuerst wurden nur einzelne Familienhäuser in verschiedenen SOS-Kinderdörfern finanziert wie beispielsweise das "Fritjov Nansen"-Familienhaus im SOS-Kinderdorf Daegu in Südkorea im Jahre 1967.
Mithilfe der 1973 im Rahmen der Aktion "Operasjon Dagsverk" (Operation Daywork) eingenommenen Mittel wurde der Bau des SOS-Kinderdorfes Dhaka in Bangladesh unterstützt. Die Anzahl der Paten und Freunde von SOS-Kinderdorf Norwegen stieg stetig an und 1979 gelang es, erstmals ein gesamtes SOS-Kinderdorf, das SOS-Kinderdorf Rajshahi in Bangladesh, zu finanzieren. Mitte der 1980er-Jahre wurde ein spezieller Fonds zur Unterstützung von Schülern, Studenten und berufsbildenden Einrichtungen ins Leben gerufen. 1983 wurde der norwegische Verein in "Stiftelsen SOS-barnebyer Norge" umbenannt.
Bereits Mitte der 1980er-Jahre begann man mit dem Aufbau eines lokalen Netwerkes von lokalen, freiwilligen Unterstützern. Ein Großteil der Aktivitäten in den Provinzen basieren auf dem Einsatz dieses Netwerks. 1994 übernahm Prinzessin Märtha Louise die Schirmherrschaft über SOS-Kinderdorf Norwegen, und nahm 1995 an der Eröffnung des SOS-Kinderdorfes Keila, Estland, teil. Im Jahr 2000 war der norwegische Verein Begünstigter der landesweit größten Mittelbeschaffungsveranstaltung, dem sogenannten "TV-Appeal". Diese vom norwegischen Fernsehsender NRK jährlich zugunsten einer humanitären Organisation ausgerichtete Veranstaltung besteht aus verschiedensten im Fernsehen ausgestrahlten Programmen. Zusätzlich findet eine eintägige Spendensammelaktion, wo ein Heer von freiwilligen Helfern mit Spendenboxen in der Hand an die Türen aller norwegischen Haushalte klopft. Diese Aktion brachte SOS-Kinderdorf Norwegen nicht nur eine große Anzahl von Spenden sondern half vor allem auch den Bekanntheitsgrad des Vereins in Norwegen stark zu steigern. Mittlerweile unterstützen in Norwegen bereits über 200.000 Paten und aktive Spender die Aktivitäten von SOS-Kinderdorf weltweit.
Bis dato betreibt der norwegische SOS-Kinderdorf-Verein keine SOS-Kinderdorf-Einrichtungen im eigenen Land. Seit vielen Jahren wird jedoch über die Errichtung eines SOS-Kinderdorfes gesprochen, erstmals bereits Anfang der 1970er-Jahre. Anfang 2004 wurde im Vorstand schließlich der Beschluss gefasst, ein erstes SOS-Kinderdorf in Bergen an der Westküste zu errichten. Dieses Projekt befindet sich zurzeit in der Bauphase, der Betrieb soll 2008 aufgenommen werden.
Website von SOS-Kinderdorf Norwegen (verfügbar auf Norwegisch)