Hauptstadt: Bukarest
Fläche: 237.500 km²
Bevölkerungszahl: 22,4 Millionen(Schätzung Dezember 2000)
Bevölkerungsgruppen: Rumänen (89,1%), Ungarn(8,9%), Deutsche (0,4%), Ukrainer (0,4%), Serben, Kroaten, Russen, Türken, Roma und Sinti
Amtssprache(n): Rumänisch
Religion(en): Christlich-Orthodox (70%), Katholiken (7%), Protestanten (6%), andere Religionsbekenntnisse 18%
Währung: 1 rumänischer Leu = 100 Bani
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Während der über 20 Jahre andauernden Amtsführung von Nicolae Ceausescu wurde in Rumänien eine katastrophale Sozialpolitik betrieben, die eine Verarmung eines Großteils der Bevölkerung mit sich zog. Die Zahl der heimatlosen Kinder und Straßenkinder wuchs ins unermessliche, und die Betreuung sowie Verpflegung und Hygiene in den zahlreichen Waisenhäusern ließen sehr zu wünschen übrig. Nach dem Umsturz dieser Regierung im Dezember 1989 war es SOS-Kinderdorf International möglich, Kontakte mit den zuständigen Behörden zu knüpfen und am 1. Juni 1990 wurde schließlich ein Regierungsvertrag über den Bau von zwei SOS-Kinderdörfern unterzeichnet.
Im Oktober 1991 starteten die Bauarbeiten an den beiden SOS-Kinderdörfer in Bukarest und in Cisnadie, einer kleinen Stadt in der Nähe von Sibiu/Hermannstadt. Im Frühjahr 1993 konnten die ersten Kinder ihr neues Zuhause beziehen. Kurze Zeit darauf wurde das SOS-Kinderdorf Cisnadie um einen SOS-Kindergarten und ein Feriencamp erweitert, das für SOS-Kinder sowie für externe offen steht. Im SOS-Kinderdorf Bukarest wuchsen mehr und mehr Jugendliche heran, für die es Zeit wurde, sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorzubereiten. Zu diesem Zwecke wurden 1999 drei Wohnungen als Jugendeinrichtung gekauft. Im selben Jahr wurde erstmals die sogenannte "Campimeciada", eine Art Olympiade - zwischen beiden SOS-Kinderdörfern eingeführt, bei der nun auch die zwei SOS-Kinderdörfer in Bulgarien teilnehmen. Dieser jährlich stattfindende Sportwettbewerb dient zur Förderung der Integration sowie des gegenseitigen und länderübergreifenden Verständnisses.
Aufgrund der anhaltenden Not in Cisnadie, die zum großen Teil auf den Zusammenbruch der dortigen Textilindustrie zurückzuführen war, startete SOS-Kinderdorf Rumänien im März 2000 ein Nachbarschaftshilfsprogramm für öffentliche Schulen und Kindergärten, das wenig später auch auf die ärmsten Familien ausgedehnt wurde. Dieses Hilfsprogramm sieht eine Unterstützung in Schreib- und Reinigungsmaterial sowie in Lebensmittelpaketen vor.
Im Herbst 2001 übersiedelten die ersten Jugendlichen aus dem SOS-Kinderdorf Cisnadie in das neue SOS-Jugendhaus in Sibiu. Im Frühjahr 2002 startete das Spielmobil-Projekt in Bukarest, mit dessen Hilfe die Kinder von der Straße ferngehalten werden sollen. Im Jahre 2003 wurde die SOS-Jugendeinrichtung Bukarest um vier weitere Wohnungen vergrößert und Ende 2004 wurde ein weiteres SOS-Jugendhaus in Sibiu angekauft.
Im Frühjahr 2006 übernahm SOS Rumänien ein Kinderdorf von einer niederländischen Kinderhilfsorganisation in Hemeiusi, nur wenige Kilometer von Bacau entfernt. Dies ist somit das dritte SOS-Kinderdorf in Rumänien.
Da Prävention gegen die Armut für SOS-Kinderdorf Rumänien hohe Priorität hat, wurde an allen drei SOS-Kinderdorf Standorten Familienförderprogramme initiiert. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Rumänien direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Rumänien drei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, zwei SOS-Kindergärten und sechs SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf Rumänien (verfügbar auf Rumänisch)