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Höhepunkte des Sommers im SOS-Kinderdorf Puschkin waren der 10. Jahrestag der Dorfeinweihung und die Ringzeremonie, bei der SOS-Präsident Helmut Kutin die Kinderdorf-Mütter ehrte. SOS-Kinder und Mütter hatten sich viele spannende Festbeiträge ausgedacht. Zur Freude der Mädchen und Jungen kam auch Fußballstar Andry Arshavin zum Festakt.
"Es ist wichtig, dass hier ein SOS-Kinderdorf entsteht und die SOS-Kinderdorf-Idee Wurzeln schlägt. Wir sind sehr glücklich…", sagte vor zehn Jahren der Vizegouverneur von Sankt Petersburg Gennagij Tkatschjow anlässlich der damaligen Einweihungsfeier. Vor dem Hintergrund, dass sich nach dem Zerfall der Sowjetunion die Anzahl der Waisenkinder innerhalb von 10 Jahren fast verdoppelt hatte, gab die Eröffnung des zweiten russischen Kinderdorfs im Jahr 2000 Grund zu Hoffnung.
Neun Ringe
Im Juli stand nun der 10. Geburtstag des SOS-Kinderdorfs Puschkin, südlich von St. Petersburg, an und die 12 Familien mit ihren rund 100 Kindern feierten den runden Jahrestag gebührend. Das Fest wurde mit einer Ehrung der SOS-Mütter des Dorfs verbunden, der sogenannten Ringzeremonie. "Dieses Fest spielt eine große Rolle im Leben der Frauen, die sich entschiedenen haben SOS-Mutter zu werden", erklärt der Dorfleiter Sergey Yakovenko. Aus diesem Grund reist Helmut Kutin, der President von SOS Kinderdorf International fast immer selbst an, um die Mütter zu ehren. Es war ein schöner Anblick, die neun strahlenden SOS-Müttern des Kinderdorfs Puschkin bei der Überreichung der goldenen SOS-Ehrenringe zu sehen.
Bei der Ringzeremonie erhält jede Mutter einen goldenen SOS-Ehrenring Arbeiten für SOS-Kinderdörfer hat viele Gesichter. Und es beinhaltet die unterschiedlichsten Herausforderungen. Nach zehn Jahren kennen die Mütter die Höhen und Tiefen dieses Berufs recht gut. Es ist ein Beruf, der schnell zur Berufung wird. "Sind 10 Jahre lang oder kurz?", fragte die SOS-Mutter Elena in Ihrer Rede zum Jahrestag das Publikum. "10 Jahre sind eine lange Zeit! Seit 10 Jahren leben wir hier im Kinderdorf Puschkin und seit 10 Jahren achten die Augen unserer Kinder auf alles, was wir tun."
Die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Russland wurde 1988 durch erste Gespräche mit dem Lenin-Kinderfonds der damaligen russischen Sowjetrepublik eingeleitet. 1995 entstand in Tomilino bei Moskau das erste das SOS-Kinderdorf auf russischem Boden. Der damalige Präsident Boris Jelzin bezeichnete 1997 die SOS-Kinderdorf-Arbeit als "fruchtbringende karitative Tätigkeit" und überreichte am 5. Mai 1998 Helmut Kutin in Moskau den "Orden der Freundschaft".
Geteilte Freude
Zwei Familienhäuser des SOS-Kinderdorfs PuschkinDie Familienhelferin Nina, die selbst seit fast zehn Jahren im Kinderdorf Puschkin arbeitet, sagt, über das ganze Jahrzehnt seit der Gründung des Dorfs habe es eine Konstante gegeben: Die Liebe für die Kinder. "In diesem Dorf können sich die Kinder wirklich entfalten", sagt die studierte Psychologin. "Der Unterschied zwischen dem Dorf und staatlichen Kinderheimen ist immens. Ich mochte z.B. schon immer die Art und Weise, wie der Jahrestag des Dorfes gefeiert wird, wie die Kinder Vorführungen machen und an kleinen Wettkämpfen teilnehmen: Es ist eine geteilte Freude und kein Pflichtveranstaltung im Sowjet-Stil, an der eigentlich niemand teilnehmen will. Nein, hier bringt einfach eine große Freude die Menschen zusammen."
"Sind SOS-Kinderdörfer ein Zuhause oder eine Organisation?", fragt die SOS-Mutter Elena bei der Belobigungszeremonie im Katherinenpark in Tsarskoye Selo weiter. "Für uns, die wir hier leben, sind SOS-Kinderdörfer immer zuerst ein Zuhause. Aber es ist auch eine gefühlvolle, lernende und sich entwickelnde Organisation. SOS hängt nicht an alten Traditionen fest, sondern erschafft neue Programme im Sinne eines sozialen Rückhalts für Kinder, die auch dem Auseinanderbrechen von Familien vorbeugen."
Der Besuch eines Vertreters der FIFA
Fußball-Star Arshavin signiert AutogrammeVon den Kindern heiß herbeigesehnt war der Besuch des Fußballspielers und russischen FIFA-Vertreters Andry Arshavin. Arshavin kommt seit Jahren fast zu jeder Jahresfeier des Kinderdorfs Puschkin. Er spielt dann zwei Spiele mit den Kindern, besucht ein Familienhaus zum Tee und signiert viele Autogramme.
Nach der Jubiläumsfeier schreibt der Arsenal Fußballstar auf seiner Website: "Die Zeit flog vorbei und die Zahl der Leute, die ein Autogramm wollten, ebte nicht ab. Aber irgendwann kam der Punkt, da niemand mehr ohne Autogramm und Foto zu finden war. Wir waren alle sehr glücklich mit dem Treffen. - Es ist schade, dass meine Freunde, meine Frau Julia und ich so selten vorbei kommen können." Arshavin und seine Frau haben letztes Jahr im Kinderdorf einen Baum gepflanzt.
Im Sinne einer tiefen Verbundenheit schloss auch die SOS-Mutter Elena ihre Rede mit den Worten: "Ich möchte jedem danken. Dank denen, die hier leben - die SOS-Kinder und die SOS-Mitarbeiter. Dank denen, die der Organisation durch ein gutes Wort, eine Spende oder eine Tätigkeit helfen. Ich danke allen, die Kindern helfen, ihr neues Zuhause zu finden."