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Kann man im Himmel auch Fußball spielen? 

Pater Gleb, der Seelsorger der örtlichen Kirchengemeinde, trainiert seit fast einem Jahr die Kinder des SOS-Kinderdorfes Puschkin nahe St. Petersburg (Russland) im Fußball. Ein paar seiner Schüler und Schülerinnen haben sich schon als wahre Talente entpuppt. Warum Pater Gleb nicht nur im Messgewand, sondern auch im Fußballdress eine gute Figur abgibt, lesen Sie hier.

Jeden Samstag strömt das halbe Kinderdorf zum Fußballplatz, wo Pater Gleb bereits wartet. Sein übliches Priestergewand hat er allerdings nicht angelegt. Das Training bei ihm ist nicht nur äußerst beliebt, es hat auch erzieherischen Wert. "Wenn es Probleme mit den Hausaufgaben gibt, darf das Kind am  Training nicht teilnehmen", sagt Gleb. "Disziplin und Teamgeist haben für uns einen hohen Stellenwert. In der Mannschaft lernen wir, richtig mit unseren Gefühlen umzugehen und auch wie man beispielsweise eine Niederlage wegstecken kann."

Pater Gleb im FußballtrikotDer Fußball verbindet die Kinder und den Pater, der von seinem achten Lebensjahr an mehr als zehn Jahre lang aktiv Fußball gespielt und außerdem noch ein Sportstudium und eine Trainerausbildung absolviert hat. Er sagt: "Es macht mir großen Spaß, Kinder zu trainieren, und es freut mich, dass sie gerne zu mir kommen."

Erfolgreich am Ball

Das Mannschaftstraining nahm seine Anfänge im September 2007, und Pater Gleb verweist nur zu gern auf bereits errungene Erfolge. "Am Anfang gab es häufig Tränen, wenn etwa ein Kind nicht angespielt wurde. Mittlerweile haben die Kinder aber begriffen, dass man einfach Geduld haben und auf einen Pass warten muss. Fußball wirkt aus pädagogischer Sicht sehr positiv auf Kinder, denn das Spiel fördert nicht nur die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, sondern lehrt die Kinder auch, ihren Nächsten zu respektieren."

Einige Spieler haben sogar sehr großes Talent fürs Fußballspielen gezeigt. So auch der elfjährige Danil. Er hat sich inzwischen ganz dem Fußballspiel verschrieben.

Danils Traum

"Ich möchte mich ja nicht hervortun, schließlich spielen auch andere gut und am Ende zählt die Mannschaft - aber meine Leistungen können sich schon sehen lassen", meint er.

Der Junge erinnert sich daran, dass er zum ersten Mal Fußball spielte, als er drei war. Nach der Pflichtschule würde er gerne ein Sportinternat besuchen. Es gibt, mit Ausnahme des Torhüters, keine Spielerposition, für die er nicht immer wieder aufgestellt wird, aber natürlich sieht er sich am liebsten als Torjäger. "Ich möchte unbedingt Fußballer werden, auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass das alles andere als  leicht wird", gesteht er.

Fußball und Hip-hop

Beim Training im KinderdorfSeine Lieblingsspieler sind Lokalmatador Andrei Arshavin, Ronaldinho und Cristiano Ronaldo. Ihm wurde bereits die Ehre zuteil, Arshavin, seines Zeichens FIFA-Botschafter für SOS-Kinderdorf Russland, persönlich zu treffen. "Er schenkte uns Bälle in Spitzenqualität. Und ich konnte mir von ihm Tipps holen, wie man ein guter Fußballer wird", erzählt der Junge.

Arshavin ist für das SOS-Kinderdorf zu einem guten Bekannten geworden, und von ihm hat Danil erfahren, wie hart man arbeiten muss, um Profifußballer zu werden. "Ich muss so viel wie möglich trainieren, was bei einem so schönen Fußballplatz wie dem unseren nicht weiter schwer fällt", meint er.

Danil trainiert fünfmal die Woche, zweimal davon steht allerdings Hip-hop auf dem Programm. "Das mag vielleicht eher unüblich sein, aber ich glaube, dass man vom Tanztraining auch als Fußballer profitieren kann", meint er und verweist darauf, dass auch Ronaldinho, eines seiner Idole, gelernt hat, das Tanzbein zu schwingen. "Klar ist das anstrengend, aber ich bin daran gewöhnt."

Puschkin und der Frühling

Neben dem Sport liebt Danil auch Literatur, insbesondere die Werke von Puschkin, wie es sich für einen Einwohner der gleichnamigen Stadt auch gehört. "Ich bin ein literarischer Typ, daher verstehe ich auch etwas von Literatur; am liebsten mag ich Puschkins Lyrik. Eines meiner Lieblingsgedichte ist 'Herbst'. Schon eigenartig, dass Puschkin so viele Gedichte über den Herbst geschrieben hat, aber  dafür kein einziges über den Frühling."

Im Frühling beginnt die Fußballsaison auf dem Sportplatz des SOS-Kinderdorfes, und was könnte es Schöneres geben, als von Pater Gleb trainiert zu werden. "Pater Gleb spielt besser als wir alle, er bringt uns alles bei, hat für alles ein offenes Ohr und weiß immer Rat: Er ist eben Priester!"

Ja, ich werde SOS-Pate! 


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