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"Ich habe nie gedacht, dass ich gewinnen könnte“: Katja ist überglücklich, dass sie gewonnen hat. „Ich habe mich einfach an meinen Schreibtisch gesetzt und all die Gedanken über mein Leben aufgeschrieben, die schon so lange in meinem Kopf waren“, erzählt die 14-jährige Katja. Dass sie mit diesen Gedanken so viel Erfolg haben würde, damit hat das russische SOS-Kind selbst nicht gerechnet. Ihr Essay „Meine Welt“, das sie zum Thema „Meine Privatsphäre. Rumschnüffeln verboten“ bei einem internationalen Wettbewerb eingereicht hat, gewann den ersten Platz.
Die vielseitige und ehrgeizige Katja nimmt an allen möglichen Wettbewerben teil, sie selbst sagt: „Mir geht es hauptsächlich ums Dabeisein, ob das nun beim Sport ist oder in der Kunst, ist nebensächlich.“ Das Schreiben steht bei ihrer langen Liste von Interessen aber an erster Stelle: „Ich schreibe so gerne und ich liebe es, mich anderen Menschen mitzuteilen. Später will ich auf jeden Fall Journalistin werden“, erklärt die 14-Jährige. Ob sie mit dem Sieg gerechnet hat? „Natürlich habe ich gehofft, dass ich zumindest eine positive Rückmeldung bekommen würde, aber ich habe nie gedacht, dass ich gewinnen könnte.“ Eigentlich wollte Katja in allen Kategorien des Wettbewerbs zum Thema Privatsphäre teilnehmen: Malen und Zeichnen, Schreiben und Foto oder Fotomontage. Ihr voller Terminkalender machte ihr aber einen Strich durch die Rechnung.
Wenn Katja von der Schule nach Hause kommt, isst sie schnell etwas zu Mittag und geht dann auch schon weiter zu einem ihrer vielen wöchentlichen Termine. In einer Musikschule bekommt sie Klavierunterricht und als Tänzerin geht sie regelmäßig ins Tanzstudio. Sogar abends ist Katja schwer beschäftigt: „Nach dem Abendessen mache ich eine kurze Pause, dann lerne ich noch ein wenig, bis es auch schon wieder Zeit ist, schlafen zu gehen.“ Katja ist sehr fleißig und deshalb auch eine exzellente Schülerin. Und sie hat noch ein weiteres interessantes Hobby: Astrologie. Sie glaubt an Sternzeichen und kennt ihre verschiedenen Eigenschaften genau. „Ich bin Skorpion, da kann es schon mal passieren, dass ich ein bisschen zu forsch bin im Umgang mit anderen, aber das kommt eigentlich nicht so oft vor. Trotzdem habe ich gemerkt, dass ich mit bestimmen Sternzeichen besser auskomme, als mit anderen“, erzählt Katja.
Was genau stand denn nun in Katjas preisgekröntem Essay? „Zuerst einmal habe ich darüber nachgedacht, worum es eigentlich gehen soll. Mein Leben, also meine Welt, besteht nicht daraus, dass ich gerne Pfannkuchen esse, oder Klavier spiele.“ Also schrieb die 14-Jährige darüber, was ihr Leben im SOS-Kinderdorf besonders macht, aber auch über die Zeit, bevor sie ins Dorf kam: „Es ist nicht leicht für mich über meine Vergangenheit nachzudenken, denn sie ist dunkel und bedrückend. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, dem Mädchen zu helfen, das ich damals war, hätte ich es auch getan. Meine Vergangenheit hat mich aber auch stark gemacht. Heute bin ich froh, dass Gott mir mein Leben geschenkt hat, und danke ihm täglich. Ich bin glücklich darüber, dass ich meine Familie habe, meine Freunde und in der Schule erfolgreich bin.“ Katjas Eltern waren beide Alkoholiker, sie lebte einige Zeit in einem Waisenhaus. „Als ich hier her kam, war ich kein einfaches Kind, das weiß ich heute. Meine SOS-Mutter hat mich zu der gemacht, die ich heute bin. Sie hat mir viel beigebracht.“