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Dieses Jahr ist es so weit, die Freunde Kolya und Kostya kommen in die erste Klasse. Einerseits freuen sich die beiden SOS-Kinder. Andererseits haben sie gehört, dass man auch viel lernen muss. Aber eins wissen Kolya und Kostya ganz genau: Wer Brände löschen oder zu den Sternen fliegen will, der kann nicht ewig im Kindergarten bleiben!
Unzertrennlich: Die beiden Freunde Kolya and KostyaKolya stammt aus einer Roma-Familie und hat vor einem Jahr im SOS-Kinderdorf Puschkin bei St. Petersburg ein neues Zuhause gefunden. Dort hat er sich gut eingelebt. Seine SOS-Mutter Sveta beschreibt ihn als aufgeweckten, fröhlichen und hilfsbereiten Jungen. Mit Kostya, der schon länger im Kinderdorf lebt, hat sich Kolya schnell angefreundet. Die beiden sind inzwischen unzertrennlich. Nun werden sie gemeinsam die Schulbank drücken.
Ob sich Kolya auf die Schule freut? "Natürlich würde ich lieber weiterhin den ganzen Tag mit Kostya draußen herumtoben, aber ich will Astronaut werden, ins Weltall fliegen, und Fotos machen. Deswegen werde ich in der Schule gut aufpassen und fleißig lernen.“Von seinem Freund Kostya weiß er schon genau, was ihn in der Schule erwartet: "Es wird hart - die erste Klasse ist schwer, die Zweite schwieriger und die Dritte noch schwieriger.“
Kostya hat in der Vorschule schon addieren, ein bisschen lesen und schreiben gelernt. Nun ist er gespannt, wie subtrahieren funktioniert und welche Zahl auf 199 folgt. Auch er weiß genau, wofür er das alles lernt: "Ich will später Feuerwehrmann werden", erzählt er stolz.Er überlegt sich, wie er schon jetzt als Feuerwehrmann helfen könnte: "Wenn es brennt könnte ich schnell mit einem Eimer Wasser hinradeln und das Feuer löschen. Wenn das Wasser nicht ausreicht, bitte ich andere Leute um Hilfe.“
Für die beiden Freunde ist klar: "Es gibt keinen Weg zurück in den Kindergarten! Nur der Weg nach vorn macht Sinn! Also gehen wir in die Schule!“
Roma werden in Russland häufig Opfer von Gewalt, Rassismus und Diskriminierung. Viele Russen begegnen ihnen mit Vorurteilen. Demnach werden Roma schnell mit Kriminalität, z.B. mit Drogenhandel, in Verbindung gebracht. In einer aktuellen Umfrage gaben 40 Prozent der Befragten an, sie fänden es besser, wenn keine Roma in Russland leben würden. Aus ihren Siedlungen an den Stadträndern werden Roma immer wieder vertrieben. Ohne festen Wohnsitz bleibt ihnen der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung verwehrt. Es droht ihnen Obdachlosigkeit und Verarmung. Die meisten Roma-Kinder verlassen nach nur sechs Jahren die Schule. Entsprechend schlecht sind ihre Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.