Landschaft
Klima
Fauna/Flora
Geschichte/Politik
Wirtschaft
Kultur
Landschaft
Die Türkei gliedert sich in vier Landschaftsräume: die Hochebene von Anatolien, die von Gebirgszügen begrenzt ist, welche sie auch von der Küste des Ägäischen Meeres trennen; die fruchtbaren und waldreichen Küstenstriche des Ägäischen Meeres; die Hochebenen des Ostens mit der höchsten Erhebung des Landes, dem Ararat mit 5.166m, sowie die Region Thrakien, die eine zentrales Hochland mit Hügelketten bildet. Längster Fluss des Landes ist der Kizil Irmak, der in das Schwarze Meer mündet.
Klima
An den Küsten des Mittelmeeres und der Ägäis herrscht mediterranes Klima mit langen, heißen Sommern und milden, feuchten Wintern. Das Klima im anatolischen Hochland hat kontinentalen Charakter mit großen Temperaturunterschieden im Jahresverlauf. Die Sommer sind hier heißer, die Winter wesentlich kälter als an der Küste.
In der Schwarzmeerregion ist das Klima mild, bei hohen Niederschlägen im Sommer und kühl und regnerisch im Winter. Im gebirgigen, östlichen Hochland sind die Winter kalt und mitunter schneereich, moderate Temperaturerhöhungen kann man im Sommer beobachten. Im Südosten des Landes sind die Winter trocken und mild, im Sommer wird es sehr heiß, und Temperaturen über 45° C sind nicht außergewöhnlich.
Fauna/Flora
Starke Bewaldung findet sich noch in Ostanatolien, am Schwarzen Meer und an der Mittelmeerküste westlich von Antalya.
Die Fauna entspricht jener des Balkans und großer Teile Europas und umfasst Bären, Hirsche, Schakale, Luchse, Wildschweine, Wölfe, aber auch seltene Leoparden und türkische Van-Katzen. Sehr artenreich ist auch die Vogelwelt, zu der Adler, Geier und Störche aber auch seltenere Arten wie beispielsweise der Waldrapp zählen.
Geschichte/Politik
Das Gebiet der heutigen Türkei war ab der Bronzezeit Heimat verschiedener Kulturen, die um das Jahr 1900 vor Christus von den Hethitern unterworfen wurden. Im 12. Jahrhundert vor Christus wurden das Reich der Hethiter von den Phrygern bezwungen, deren Staat seinerseits um das Jahr 700 vor Christus von den Kimmeriern zerstört wurde. Im 6. Jahrhundert vor Christus wurde das Gebiet Bestandteil des Persischen Reiches und 333 vor Christus dem Makedonischen Reich angegliedert.
Kurz nach dem Tod Alexanders des Großen im Jahr 323 vor Christus zerfiel das Reich und es entstand eine Reihe unabhängiger Königreiche, die im 2. Jahrhundert vor Christus zur römischen Provinz wurden. Hier errichtete Kaiser Konstantin 330 nach Christus die neue Hauptstadt des Römischen Reiches, Byzanz. Nach dem Tod von Kaiser Teodosio im 4. Jahrhundert und der darauf folgenden Teilung des Römischen Reiches, entwickelte sich die östliche Provinz bis zum 6. Jahrhundert zum Byzantinischen Reich.
In den folgenden achthundert Jahren erlebte Byzanz eine kulturelle Hochblüte und wurde dabei in hohem Maße von den türkischen Nachbarn und Invasoren beeinflusst, die das Gebiet schließlich 1453 unterwarfen. Konstantinopel wurde zu Istanbul und zur Hauptstadt des Osmanischen Reiches, das sich im 16. Jahrhundert von Algerien bis zum Kaukasus und von Ungarn bis zur Arabischen Halbinsel erstreckte, und dessen Vormachtstellung ab dem 16. Jahrhundert wieder zu schwinden begann.
Militärische Siege und die Rückeroberung an die Europäer verlorener Gebiete im 18. Jahrhundert verschleierten den inneren Zerfall des Reiches, die beiden gegen Russland verlorenen Kriege am Ende des 18. Jahrhunderts machten den Verfall aber offensichtlich. Das 19. Jahrhundert war vom Aufstieg des Nationalismus unter den Völkesgruppen des Osmanischen Reiches und den daraus folgenden Unabhängigkeitskriegen geprägt.
Das erste Land, das seine Unabhängigkeit errang, war Griechenland, kurz darauf folgten Aufstände der Serben, Albaner, Bulgaren und Armenier. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges bildete das Reich eine Allianz mit Österreich-Ungarn und Deutschland, wurde besiegt und büßte einen Großteil seines Herrschaftsgebietes ein. Die erniedrigenden Bedingungen des Friedensvertrages lösten einen Befreiungskrieg unter Kemal Atatürk aus und 1923 konnte eine Neuverhandlung erwirkt werden.
Atatürk stürzte den Sultan, rief die Republik sowie eine neue Verfassung aus, in der Kirche und Staat getrennt waren, und begann mit der Modernisierung des Landes. Im 2. Weltkrieg blieb die Türkei neutral. Dank liberaler Politik und ausländischer Hilfe wuchs die türkische Wirtschaft in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts rasch, jedoch führte Misswirtschaft zu einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise und zum Staatsstreich.
Trotz der Wahlen von 1965 dominierte das Militär weiterhin die Politik des Landes. 1980 erfolgte ein neuerlicher Militärputsch und General Kenan Evren übernahm das Präsidentenamt. 1983 wurde eine neue Verfassung der politischen Öffnung erlassen, auf deren Grundlage der Staat modernisiert und eine Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft angestrebt wurde. Im Mai 2000 wurde der parteilose Präsident des Verfassungsgerichtshofes, Ahmet Necdet Sezer, zum Präsidenten gewählt.
Wirtschaft
Die Türkei verfügt über eine dynamische Wirtschaft, die ein komplexes Gemisch aus modernem Handel und Industrie neben traditionellem, ländlichem Handwerk und Landwirtschaft darstellt. Der privatwirtschaftliche Bereich ist stark ausgebildet und wächst rasch, der Staat spielt aber immer noch in wichtigen Industriebereichen und auf dem Banken-, Verkehrs- und Kommunikationssektor die Hauptrolle. Die Textil- und Bekleidungsindustrie sind der wichtigste Exportsektor. Weitere wichtige Bereiche sind Landwirtschaft, Kraftfahrzeugindustrie, Erdölindustrie, Maschinenbau und Tourismus. 2002 belief sich die Arbeitslosenrate auf 10,6%, die Inflationsrate lag bei 4494%.
Kultur
Osmanische Literatur, Hofmusik und Malerei waren stark vom Islam geprägt. Da der Islam eine bildliche Darstellung von "unsterblichen Seelen" verbietet, konzentrierten sich osmanische Maler auf die Bemalung von Gegenständen. In zahlreichen türkischen Museen findet man kunstvoll verzierte Glasvasen, geschnitzte Holztüren von Moscheen und fein gefärbte Fliesen aus osmanischer Zeit, aber auch wertvolle Abschriften des Korans und prächtige Gewänder und Schmuck der ehemaligen Herrscher des riesigen Osmanischen Reiches.
Atatürk begann in seiner Regierungszeit, die Kultur seines Landes westlichen Einflüssen zu öffnen, womit moderne Malerei, Oper, Tanz und zeitgenössische Literatur in seinem Land Einzug hielten.