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Länderinformation über Ungarn 

Landschaft
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Geschichte/ Politik
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Kultur

Landschaft


Ungarn teilt sich in drei landschaftliche Großräume : das Flachland der Großen Pannonischen Tiefebene, die sich von der Donau ostwärts bis an die rumänische Grenze und nach Süden bis nach Serbien erstreckt; die Kleine Ungarische Tiefebene im Nordwesten des Landes, in der auch die Bergketten des Nordens mit der höchsten Erhebung des Landes - dem Kékes mit mehr als 1000 m - liegt, sowie als dritte Großlandschaft die Region jenseits der Donau in Südwesten des Landes mit abwechslungsreicherem Relief.

Die beiden wichtigsten Flüsse des Landes sind die Donau und die Theiß, die das Land drei teilen. Ungarn verfügt über mehr als Tausend Seen, der Plattensee ist der größte davon mit einigen Thermalquellen.

Klima


Ungarn Klima ist gemäßigt und lässt drei Regionen unterscheiden: Im Süden herrscht mittelmeerähnliches Klima vor, der Osten ist von kontinentalem Klima geprägt und im Westen herrscht atlantisches Klima vor. Die Große Pannonische Tiefebene weist mit kalten und windigen Wintern und heißen und trockenen Sommern die größten Unterschiede im jahreszeitlichen Verlauf auf. Der kälteste Monat ist der Januar mit einem Temperaturmittel von -1°C bis -3°C, der heißeste Monat ist der Juli mit mittleren Werten zwischen 21°C und 23°C.

Fauna/Flora


Etwa 70% der Fläche Ungarns werden landwirtschaftlich genutzt, lediglich 14 % sind bewaldet. Die Wälder bestehen vor allem aus Buchen und Eichen und weisen nur einen geringen Anteil an Tannen auf. Unter den verbreiteten Tierarten findet man Rehe, Wildhasen, Wildschweine und Otter.

Seltenere Tierarten sind die Wildkatze, die Wasserfledermaus und die Pannonische Waldeidechse. Die Mehrheit der Wirbeltiere Ungarns wird jedoch von Vögeln - besonders Wasservögeln - gestellt, die sich von den zahlreichen Flüssen, Seen und Sümpfen angezogen fühlen. Ungarn verfügt über fünf Nationalparks und 1000 geschützte Gebiete.

Geschichte/ Politik


Das Gebiet des heutigen Ungarn war als Provinzen Pannonien und Dakien Bestandteil des römischen Imperiums, wurde ab dem 2. Jahrhundert nach Christus von Barbarenstämmen erobert und geriet nach dem Zerfall des römischen Reiches unter die Kontrolle slawischer und germanischer Völker, bis es schließlich Ende des 9. Jahrhunderts in das Karolingische Reich eingegliedert wurde.

Magyarische Stämme ließen sich im 9. Jahrhundert in dem Gebiet nieder und eroberten das Königreich Mähren und die Provinz Pannonien. Nach der Niederlage der Magyaren gegen den deutschen Kaiser Otto I. traten sie zum katholischen Glauben über und ermöglichten so die Krönung Prinz Stefans zu Stefan I. durch den Papst - Ungarn als Königreich und Nation war geboren. Das 14. Jahrhundert war das goldene Zeitalter des Landes, Ungarn wurde zum mächtigsten Königreich Europas.

Türkische Angriffe endeten in der Niederlage der Ungarn in der Schlacht von Mohács (1526). Die Herrschaft der Türken endete 1699 und Ungarn wurde zu einer Provinz des Habsburgerreiches. Unter den Habsburgern erlebte Ungarn eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit, es keimte jedoch auch ein Nationalgefühl auf. Unter der Führung des Freiheitskämpfers Lajos Kossuth erklärte Ungarn 1849 seine Unabhängigkeit, der Aufstand wurde von den Habsburgern niedergeschlagen, Ungarn als besiegte Provinz in das Kaiserreich wieder eingegliedert und der Absolutismus wieder hergestellt.

Passiver Widerstand der Ungarn sowie eine Reihe militärischer Niederlagen der Habsburger führten zu Verhandlungen und zum sogenannten Ausgleich im Jahre 1867, mit dem die Doppelmonarchie aus dem Kaiserreich Österreich und dem Königreich Ungarn entstand. Österreich-Ungarn trat als Verbündeter des Deutschen Kaiserreiches in den 1. Weltkrieg ein, nach Kriegsende wurde die Doppelmonarchie aufgelöst und Österreich und Ungarn wurden zu Republiken.

1919 kamen die Kommunisten an die Macht, ihre Dominanz wurde aber bereits fünf Monate später von rumänischen Truppen beendet. 1920 wurde der Vertrag von Trianon unterzeichnet, Ungarn musste große Gebiete abtreten. In dem Bestreben, die Gebiete wieder zu erlangen, verstärkte Ungarn seine Beziehungen zu den faschistischen Regimen in Italien und Deutschland, mit dessen Hilfe die Slowakei und Ruthenien zurück gewonnen werden konnten.

Im 2. Weltkrieg verhielt sich Ungarn zunächst neutral, erklärte aber 1941 Russland den Krieg, nachdem es von den Achsenmächten Gebiete zugesprochen bekommen hatte. 1944 wurde das Land von deutschen Truppen besetzt, die eine Schreckensherrschaft führten. Nach der Befreiung Ungarns gewannen die Kommunisten die Wahlen und 1948 wurde die Volksrepublik Ungarn gegründet. 1956 forderte ein antisowjetischer Aufstand Tausende Opfer, unzählige Menschen wurden deportiert.

Der Aufstand gab jedoch Anlass zu verschiedenen Reformen, deren Früchte Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts geerntet werden konnten, als Ungarn das hochentwickeltste, liberalste und wohlhabendste Land des Ostblocks war. Mit der Entfernung des "Eisernen Vorhanges" an der Grenze zu Österreich beschleunigte das Land den Niedergang der kommunistischen Systeme und 1989 wurde die Republik Ungarn ausgerufen. Das Präsidentenamt wird derzeit von Ferenc Mádl bekleidet, Regierungschef ist Peter Medgyessy.

Wirtschaft


Nach dem 2. Weltkrieg lag das Hauptgewicht der Wirtschaft Ungarns in der Schwerindustrie, nach dem Fall des Kommunismus im Jahr 1990 wurde das Wirtschaftsystem von der Plan- auf die freie Marktwirtschaft umgestellt, deren industrielle Aktivitäten sich auf eine breite Basis stützen und von Exporten abhängt. Wichtigste Industrieprodukte sind Eisen, Zement, konservierte Lebensmittel, Kraftfahrzeuge, Textilien sowie chemische und pharmazeutische Produkte.

Von Bedeutung sind auch der Tourismus und die Landwirtschaft, in der vor allem Mais, Weizen, Zuckerrüben, Gerste, Kartoffeln, Roggen und Ölsaaten angebaut werden. In der Viehzucht herrschen Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel vor. 2002 belief sich die Inflationsrate auf 5,3%, die Arbeitslosigkeit lag bei 5,8%.

Kultur


Die ersten literarischen Schriften geben Legenden über die Herkunft der Ungarn wieder, die erste Grammatik der ungarischen Sprache datiert aus dem 16. Jahrhundert, das literarische Schaffen Ungarns erreichte im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt.

Zu den wichtigsten Autoren zählen Sándor Petöfi im 19. Jahrhundert, Lajos Zilahy im 20. Jahrhundert sowie Imre Kertész, der den Literaturnobelpreis des Jahres 2002 gewann. Musik spielte in der Festigung des Nationalgefühls eine wesentliche Rolle und hier insbesondere die 20 ungarischen Rhapsodien Franz Liszts. Erwähnung verdienen auch Ernst von Dohnányi, Béla Bártok und Zoltán Kodály.



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