Borowljany ist eine Kleinstadt in der Nähe von Minsk und die Städte verbindet eine regelmäßige Busverbindung. Die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf besuchen den Kindergarten und die Schulen in der nächst größeren Stadt Lesnoj. Die Gegend um das SOS-Kinderdorf wird vorwiegend landwirtschaftlich genützt, es gibt viele Farmen und Wohnheime für das Personal der zahlreichen in der Umgebung befindlichen Kliniken. Die offizielle Eröffnung des SOS-Kinderdorfes und des SOS-Sozialzentrums fand am 22. April 1998 im Beisein von Helmut Kutin, Präsident von SOS-Kinderdorf International, weißrussischer Regierungsmitglieder sowie zahlreicher Ehrengäste statt.
Bis zu 100 Kinder können in den dreizehn Familienhäusern im SOS-Kinderdorf Borowljany ein neues Zuhause finden. Neben den Familienhäusern umfasst das SOS-Kinderdorf ein Gemeinschaftshaus, eine Werkstatt und Häuser für den Dorfleiter und die SOS-Tanten (unterstützen die SOS-Kinderdorf-Mütter und vertreten sie im Falle ihrer Abwesenheit).
Sechzehn Jugendliche können in der SOS-Jugendeinrichtung in Minsk untergebracht werden, wo sie während ihrer Berufsausbildung oder höheren Schulbildung leben und sich auf ein selbständiges Leben vorbereiten können. Das SOS-Sozialzentrum kann bis zu 360 Personen jährlich aufnehmen; Kindern und Müttern wird dort die Möglichkeit geboten, die Dauer der Therapie gemeinsam zu verbringen. Die Kinder werden aufgrund von Tschernobyl-Spätfolgen im benachbarten onkologischen Krankenhaus behandelt. Neben fachgerechter medizinischer Betreuung bietet das SOS-Sozialzentrum seinen Patienten und ihren Begleitpersonen auch psychotherapeutische Hilfestellung, spezielle heilpädagogische Maßnahmen sowie abwechslungsreiche Programme für die Freizeitgestaltung.