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Ein Kind zählt im Niger nichts. Viele Mädchen und Jungen landen auf der Straße – ohne Schutz, ohne Ausbildung, ohne Zukunftschancen. Um Kindern in Not nachhaltig zu helfen, setzen die SOS-Kinderdörfer im Niger verstärkt auf Hilfe zur Selbsthilfe für Familien: So soll sich das Leben für 600 Mädchen und Jungen in der Stadt Maradi endlich zum Positiven wenden. Hier erfahren Sie mehr über unser aktuelles Hilfsprojekt im Niger.
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Im Niger ist es heiß und staubtrocken. Ein unwirtlicher Lebensraum, in dem Hunderttausende regelmäßig unter Dürren leiden, auch in diesem Jahr droht eine Hungersnot. "Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist unvorstellbar arm", berichtet SOS-Vorstandsmitglied Ulla Sensburg, die hier kürzlich gemeinsam mit Dr. Wilfried Vyslozil die Projekte begutachtete. "Die Straßen sind voller Kinder. Sie sind die Leidtragenden, besonders die Jüngsten." Ohne Unterstützung blicken sie einer tristen Zukunft entgegen.
Eine Hauptstraße in der Hauptstadt NiameySchockierend war für Ulla Sensburg auch die Situation der Frauen in dem islamisch geprägten Land. Ihre Benachteiligung spiegelt sich unter anderem in der Bildung wider. Während immerhin die Hälfte der jungen Männer lesen und schreiben kann, liegt die Analphabetenrate bei jungen Frauen bei etwa 80 Prozent. Kein Wunder: Die Mädchen werden meist schon im Alter von 15 Jahren verheiratet. Mit der Heirat ist meist auch die Schulzeit vorbei. Aus den Schülerinnen werden Mütter, die ihren Männern im Schnitt acht Kinder gebären. Stirbt der Mann oder verlässt er die Familie, haben die Frauen kaum eine Chance, ihre eigene Lage und die ihrer Kinder zu verbessern. Die im Niger weit verbreitete Polygamie verschärft dieses Problem noch zusätzlich.
Auf den Straßen überall Kinder: Sie lungern herum, arbeiten als Handlanger oder Verkäufer oder werden zum Betteln geschickt.Hilfe ist vor allem in Maradi notwendig. Die Stadt liegt im Süden des Landes nahe der nigerianischen Grenze. Es handelt sich um die am dichtesten besiedelte Region des Niger.
Als Wirtschaftsmetropole zieht Maradi die Menschen vom Land an: Sie fliehen vor der Armut in den Dörfern - und stranden in den Elendsvierteln der Stadt. Mehr als zehn der insgesamt 17 Stadtteile gelten als soziale Brennpunkte. Leidtragende sind vor allem die Kinder.
Die Familien sind groß, der Wohnraum knapp und teuer. Jung und Alt leben dicht gedrängt auf wenigen Quadratmetern. Die hygienischen Verhältnisse sind oft katastrophal. Viele Eltern sind überfordert; sie überlassen die Kinder ihrem Schicksal oder sehen sich gezwungen, sie zum Arbeiten auf die Straße zu schicken, weil sie sie selbst nicht ernähren können.
Ledige Mütter sind gesellschaftlich geächtet, ihre Kinder haben weder Namen noch Rechte.Die Zahl der obdachlosen Mädchen und Jungen, die betteln müssen, um zu überleben, oder die als kleine Arbeiter, als Handlanger auf den Märkten oder als Blindenführer ausgenutzt werden, nimmt ständig zu. Unzählige kleine Mädchen versuchen, sich als Verkäuferinnen durchzuschlagen. Doch der Preis ist hoch, viel zu hoch. Der Überlebenskampf vieler Kinder endet in illegaler Prostitution. Aids ist auf dem Vormarsch.
Auch die Zahl unehelich geborener Kinder steigt. Die vielen ledigen Mütter werden ausgegrenzt, ihre Kinder stigmatisiert. Sie haben weder Namen, noch Papiere, keine Rechte, keinen Zugang zu irgendeiner Grundversorgung. Sie existieren nicht.
Die SOS-Kinderdörfer wollen die Situation dieser Kinder und ihrer Familien verbessern, ihnen Perspektiven aufzeigen und damit langfristig auch zur Entwicklung der Stadtviertel beitragen. Bitte helfen Sie mit!
Spenden Sie jetzt! Unterstützen Sie die SOS-Familienhilfe im Niger und anderen Ländern: Mit Ihrer Spende leisten Sie Hilfe zur Selbsthilfe, um Kindern und Familien ein Leben in Würde zu ermöglichen! Danke.
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