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Schulgeld, medizinische Versorgung, ein neues Zuhause: Wie die SOS-Kinderdörfer Aids-Waisen und von HIV/Aids betroffenen Familien eine Perspektive geben.
Hier erfahren Sie mehr über die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Mosambik.
Krankheit und Armut machen in Mosambik unzählige Kinder zu Waisen. Oft bleiben Geschwister ohne jegliche erwachsene Verwandte zurück, die sich um sie kümmern könnten. Die Kinder sind sich selbst überlassen, die älteren versuchen dabei die Rolle der Familienernährer zu übernehmen. Joyces Mutter ist HIV positiv, ihren Kindern hat sie aber nur von ihrer Tuberkuloseerkrankung erzählt. Die vierfache Mutter liegt seit über einem Jahr im Krankenhaus, vom Vater gibt es keine Spur. Die Zweitgeborene Tochter erzählt, wie ihr die SOS-Familienhilfe bei der Versorgung ihrer Familie geholfen hat:
Joyce, ihre beiden Schwestern und ihr großer Bruder: Ihre Mutter ist sterbenskrank, die SOS-Familienhilfe gibt den Geschwistern eine Perspektive."Mein Vater ist schon vor langer Zeit nach Südafrika gegangen. Er wollte sich dort Arbeit suchen und uns Geld schicken. Seitdem haben wir nichts von ihm gehört. Bis meine Mutter krank wurde, hat sie es immer irgendwie geschafft, uns mit dem Nötigsten zu versorgen, auch wenn das keine leichte Aufgabe war. Immerhin habe ich noch einen großen Bruder und zwei kleine Schwestern.
Mit der Krankheit hat sich alles verändert. Unserer Mutter ging es täglich schlechter, sie konnte nicht mehr zur Arbeit gehen und wir konnten nichts für sie tun. Nur noch selten bekamen wir drei Mahlzeiten am Tag, oft waren wir froh, wenn es überhaupt etwas zu essen gab. Mein Bruder und ich konnten nicht zur Schule gehen, weil wir nicht einmal das Geld für die Busfahrt hatten - und Bücher oder eine Schuluniform konnten wir uns erst recht nicht leisten.
Unsere Nachbarn erzählten meiner Mutter von der SOS-Familienhilfe. Ihnen war aufgefallen, dass mit ihr etwas nicht stimmte. Sie sagten, unsere Mutter könne dort untersuchen und behandeln lassen. Also ging sie dorthin, zunächst alleine. Sie bekam Medikamente und es ging ihr zunehmend besser. Schließlich erhielten wir alle Unterstützung durch die Familienhilfe. Für die ganze Familie gab es Lebensmittelpakete und das Beste war: Mein Bruder und ich konnten endlich wieder zur Schule gehen. Die SOS-Sozialarbeiter stellten uns alles, was wir brauchten zur Verfügung: Bücher, Hefte, Schuluniform und das Geld für die tägliche Busfahrt.
Später nahm meine Mutter an einem Fortbildungskurs Teil, in dem sie lernen sollte, wieder selbstständig für uns zu sorgen. Sie fand eine Arbeit und schließlich konnten wir von dem, was sie verdiente, wieder gut leben und wir brauchten keine Unterstützung mehr.
Doch eines Tages wurde meine Mutter wieder krank. Alles ging von vorne los. Sie konnte nicht mehr zur Arbeit gehen, wir hatten nichts zu essen und konnten uns die Fahrt mit dem Schulbus nicht leisten. Bald ging es ihr so schlecht, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Ein ganzes Jahr ging vorbei. Unsere Mutter war noch immer im Krankenhaus, es gab keine Anzeichen der Besserung. Schließlich wandte ich mich wieder an die SOS-Familienhilfe. Ich erklärte den SOS-Sozialarbeitern die Situation und bat um erneute Hilfe.
Mit Unterstützung von SOS konnte ich eine Ausbildung zur Friseurin beginnen. Außerdem frisiere ich jetzt Bekannte und Nachbarinnen. Sie geben mir dafür etwas Geld, je nach Aufwand verdiene ich so 75.100 bis 100.000 Meticais (etwa 2 bis 2,50 US-Dollar) pro Frisur. Meine Schwester ist erst elf Jahre alt, aber auch sie will ihren Teil zum Haushalt beitragen. Sie verkauft Süßigkeiten nach der Schule. Dafür bekommt sie meistens etwa 10 Meticais (0,30 US-Dollar) pro Tag. Mein 17-jähriger Bruder arbeitet bei einem Schuhstand auf dem Markt. Mit diesen Verdiensten kann ich für uns Brot kaufen und den Schulbus für die jüngeren bezahlen. Ab und zu bleibt sogar etwas übrig. Dann besuchen wir unsere Mutter im Krankenhaus."
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