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    • > SOS-Hilfe in Haiti

      Nach dem Erdbeben in Haiti haben die SOS-Kinderdörfer ein umfangreiches Hilfs- und Aufbauprogramm gestartet. Hier erfahren Sie mehr.

SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Hilfsprojekte Erdbeben in Haiti: SOS-Hilfe für Kinder und Familien Kinderschicksale & Reportagen Wieder vereint

Wieder vereint 

Im Chaos nach dem Beben wurde der kleine Samuel von seiner Familie getrennt. Ein halbes Jahr später fand sie ihn wieder. Samuel spricht bis heute nicht darüber, was er erlebt hat. Aber er lächelt wieder ab und an. Ein Anfang!


Wieder bei seiner Familie: Samuel mit seinem Vater und seiner SchwesterLange war er verschollen, jetzt ist er wieder bei seiner Familie: Samuel, sein Vater und seine Schwester - Foto: Mirco LomothAdems Octave, den alle Samuel nennen, spielt am Tag der Katastrophe zu Hause in Port-au-Prince mit seinem Zwillingsbruder und seiner älteren Schwester Christie. Die Tante passt auf den heute Dreijährigen und seine Geschwister auf. Die Mutter ist Einkaufen, der Papa, ein Polizist, auf der Arbeit. Dann bebt die Erde. 35 Sekunden lang. Chaos. Schreie. Trümmer überall. Samuel und Christie sind verletzt. Ein Nachbar bringt Bruder und Schwester ins Krankenhaus. "Die beiden wurden dort voneinander getrennt und Samuel kannte seinen Namen noch nicht. Deswegen wusste keiner, wohin er gehört", sagt Vater Emmanuel Octave heute. "Mir war klar, dass er noch lebt, aber ich konnte ihn nicht finden, es war zum Verzweifeln."

Samuel wird nach der Behandlung seiner Wunden ans Rote Kreuz übergeben, das sich bis zur Genesung in einem Notlager um ihn kümmert. Im Mai kommt der Kleine dann ins SOS-Kinderdorf in Santo, einem Vorort von Port-au-Prince. Hier finden nach dem Erdbeben mehrere Hundert elternlose Kinder Schutz und Betreuung. 350 dieser "Erdbeben-Waisen" wohnen noch immer dort.

Samuel ist eines von 300 Kindern, die wieder mit ihrer Familie vereint werden konnten

Im Juli dann entdeckt seine Tante Samuel auf einem Foto, das Rote Kreuz hatte es an einer Wand gegenüber vom Nationaltheater aufgehängt. Dort hingen noch viele andere Fotos von Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden – von den Behörden wurden 1676 unbegleitete Kinder registriert, bis Juli konnten nur rund 300 wieder mit ihrer Familie vereint werden.

Seither ist Samuel wieder zu Hause. Aber das Beben und die Zeit danach haben ihn geprägt. "Er ist hibbelig geworden", sagt der Papa. Kann kaum einen Moment ruhig sitzen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ihm sein Zwillingsbruder fehlt. Der wurde von einer umgestürzten Mauer erschlagen. Vielleicht hat Samuel es gesehen, sie waren nie weit voneinander entfernt. "Er starb ohne zu leiden", sagt Papa Octave, in seiner Stimmung klingt Hoffnung mit, die sich gegen alle Zweifel stemmt. Samuel sagt nichts dazu.

Das Leben wird nie wieder so sein wie vor dem Erdbeben, nicht für Samuel und nicht für seine Eltern. Aber Samuel hat begonnen, wieder ab und an zu lächeln. Und das ist ein Anfang!

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