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Im früheren Bürgerkriegsgebiet im Norden Sri Lankas nimmt ein neues SOS-Kinderdorf Gestalt an. Dort werden verwaiste Flüchtlingskinder ein neues Zuhause finden.
Auch Arjuna verlor seine Familie bei einem Bombenangriff. Jetzt lebt er mit seiner neuen SOS-Familie im Norden Sri Lankas.
Die SOS-Kinderdörfer in Sri Lanka
In Sri Lanka wird ein neues SOS-Kinderdorf für Bürgerkriegswaisen gebaut. Der zehnjährige Kumara ist eines der 74 Kinder, die dort einziehen werden.
Die Tamilische Stadt Jaffna, im Norden Sri Lankas, ist heiß und trocken. Jaffna ist eine lebendige, quirlige, aber auch etwas schmucklose Stadt mit Hindu-Tempeln, Betonhochhäusern und einer Menge Baustellen.Viele der Bewohner sind während des Bürgerkriegs nach Kanada oder in die U.S.A. emigriert. Ihre Häuser stehen leer und verfallen oder wurden zerstört und nicht wieder aufgebaut. Mit Fleiß und Ausdauer richten die Menschen ihre Stadt wieder her.
Am Stadtrand von Jaffna wird auch gebaut: Ein neues SOS-Kinderdorf für tamilische Bürgerkriegswaisen. Es ist das sechste SOS-Kinderdorf auf der Insel im Indischen Ozean. Bis die zehn Familienhäuser fertig sind, leben die 74 Kinder, die ins SOS-Kinderdorf Jaffna einziehen werden, in drei Häuser aufgeteilt, zwei Mädchen- und ein Jungenhaus.
Kumara und seine Freunde im SOS-Jungen-Haus in Jaffna - Foto: J.SansoniIm Jungenhaus begegnen wir dem zehnjährigen Kumara*. Er geht gern zur Schule. Man glaubt das immer nicht so recht, es klingt aufgesetzt, wenn 10jährige Jungs sagen, sie gingen gern zur Schule. Wenn man Kumaras Geschichte hört, glaubt man indes ganz schnell, dass er gern zur Schule geht. Schlimmer als er kann ein Mensch kaum mit den Schattenseiten des Lebens konfrontiert werden.
Kumara war damals sechs. Er hatte zwei Schwestern, drei Brüder und lebte mit den Eltern in einem kleinen Haus. Ein Haushalt mit acht Menschen. Eines Tages schickten ihn seine Eltern raus, er solle die Kuh melken. Als er hinaus gegangen war, schlug eine Bombe im Haus seiner Familie ein. Von einer Sekunde auf die andere war alles weg, was das Leben des kleinen Kumara ausmachte, seine Familie tot, vom Haus nichts mehr übrig. Und Kumara hat es mit ansehen müssen.
Kumara und Arijunan - Foto: J.SansoniKumara landete irgendwo in einem Flüchtlingscamp im Gefolge von ein paar älteren Jungs, die fünf Monate lang nach ihm schauten. Manchmal ging es gut, manchmal zählte einfach das Recht des Stärkeren. Auch die anderen hatten Schlimmes überstanden. Arijunan SOS-Leiter in diesem Camp, fand ihn mit den vier anderen Jungs in einem Zustand, der sich erbärmlicher kaum denken lässt: Abgemagert, verdreckt, verlaust. Arijunan durfte den Kleinen und die andern vier in die SOS-Unterkünfte mitnehmen. Von den Kindern konnten vier Angehörigen übergeben werden. Was Kumara betrifft, so weiß er selbst am besten, dass auf ihn niemand wartete.
Heute ist Kumara in der vierten Klasse, lernt fleißig tamilisch und englisch und macht, was alle Jungs gerne machen: Fußball spielen (die Spanier mag er am liebsten), mit Freunden zusammen sein. Im SOS-Jungenhaus in Jaffna hat er Freunde, auf die er sich verlassen kann. Auf die Frage, was für ihn der größte Unterschied zwischen heute und früher ist, sagt er: „Hier bin ich nicht mehr allein.“ Und was er später mal machen will, sagt er auch gleich dazu: Er möchte Arzt werden. Er möchte Menschen heilen. Weil er nicht möchte, dass jemand stirbt.
*Name geändert
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