Mein Erbe tut Gutes: "Was bleibt?"

Fotografien und Antworten von elf Persönlichkeiten

Was bleibt von mir, wenn ich nicht mehr bin? Für die Initiative "Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum" - zu der die SOS-Kinderdörfer gehören - haben elf Persönlichkeiten auf diese Frage geantwortet. Entstanden sind dabei eine Ausstellung und ein Buch.

Egon Bahr in seinem Büro im Willy-Brandt-Haus: "Den Mut zu haben, das Undenkbare zu denken und auch danach zu handeln, ist das, was bleibt." Foto: Bettina Flitner

In einem Fotoessay von Bettina Flitner gewähren unter anderem Egon Bahr, Wim Wenders, Günter Grass (verstorben am 13. April 2015), Friede Springer und Anne-Sophie Mutter sehr persönliche Einblicke und Gedanken. Die großformatigen Fotografien sind als Ausstellung "Das Prinzip Apfelbaum. Elf Persönlichkeiten zur Frage 'Was bleibt?'"zu sehen und werden in zahlreichen Städten Deutschlands ausgestellt. Aktuelle Termine finden Sie hier.

"Wir wollen einen öffentlichen Dialog anregen und Berührungsängste abbauen", erklärt Susanne Anger, Sprecherin der Initiative "Mein Erbe tut Gutes". Die Frage nach dem, was einmal bleiben soll, sei aktueller denn je: "Noch nie zuvor wurde in unserem Land so viel Vermögen vererbt. Zugleich haben immer mehr Menschen den Wunsch, mit ihrem Erbe auch die eigenen Werte weiterleben zu lassen." Eine testamentarische Zuwendung für einen guten Zweck sorgt dafür, all das zu erhalten, was uns im Leben wichtig ist.

Öffentlicher Dialog über die Frage: Was bleibt?

Das Prinzip Apfelbaum Springer
Friede Springer: "Das Leben der Menschen zu erleichtern - das ist mein Mosaiksteinchen in einem großen Bild aus vielen bunten Steinchen. Vielleicht bin ich das, was ein großes Bild komplett macht. Aber ein ganz kleines Steinchen nur." Foto: Bettina Flitner

Die Initiative gemeinnütziger Organisationen möchte diese Möglichkeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Die Frage "Was bleibt?" geht aber weit darüber hinaus, erläutert Susanne Anger: "Diese Frage manifestiert das Nachdenken über das, was war und was für die Zukunft bleiben soll. Mit der Ausstellung, einem Buch und Diskussionsrunden zum Thema möchten wir diesen öffentlichen Dialog anregen."

"Egon Bahr, Günter Grass oder Reinhold Messner - der Ausstellung gelingt es, uns diese bekannten Menschen auf einfühlsame Weise nahe zu bringen", meint Initiativen-Sprecherin Susanne Anger. "Sie geben keine vorgefertigten Statements ab, sondern offenbaren Persönliches, das berührt und innehalten lässt." Keiner der elf Portraitierten wirke dabei einschüchternd. Sie alle ordneten sich als Teil eines großen Ganzen ein. Gemeinsam sei der Wunsch, Werte weiterzugeben, so Susanne Anger. Pate für den Titel der Ausstellung steht dabei das Martin Luther zugeschriebene Zitat: "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen".

Weitere Informationen zur gemeinsamen Initiative

Das gleichnamige Buch mit allen Fotografien und den ausführlichen Gedanken aller elf Persönlichkeiten erscheint im Vergangenheitsverlag. Die Texte darin sind verdichtete Aufzeichnungen der Gespräche zwischen der Fotografin und den Portraitierten. Sie ergänzen die Fotoarbeiten und lassen den Leser teilhaben am Nachdenken über das Leben und den Tod, über Erfahrungen und Hoffnungen.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Initiative "Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum": www.mein-erbe-tut-gutes.de