Auf Jobsuche: Ein Drittel der Jugend Afrikas will Heimat verlassen

09.02.2017 - Die SOS-Kinderdörfer weltweit haben vor Beginn des deutsch-afrikanischen Wirtschaftsgipfels am Donnerstag darauf hingewiesen, dass es selbst für gut ausgebildete afrikanische Jugendliche besonders schwer ist, eine einträgliche Arbeitsstelle zu erlangen. In Afrika südlich der Sahara steigt die Jugendarbeitslosigkeit seit Jahren an. Insgesamt sind 8 von 10 jungen Menschen in Subsahara-Afrika entweder ohne Einkommen oder sie müssen sich für einen Hungerlohn verdingen. Das ist weltweit die höchste Armutsrate unter Jugendlichen.
Jugendlicher auf dem Weg bei Berbera, Somaliand, am Rande der heißen und trockenen Küstenebene – Foto: Katharina Ebel
Junge Menschen in Afrika südlich der Sahara haben besonders schlechte Jobaussichten: Armut und zunehmende Migration sind die Folgen - Foto: Katharina Ebel

"Rund ein Drittel der Jugend Afrikas will aus diesen Gründen ihre Heimat verlassen, um einen Job zu finden", erklärte SOS-Pressesprecher Louay Yassin. "Wenn wir nicht wollen, dass diese jungen Menschen aufgrund der Perspektivlosigkeit auch nach Europa kommen, müssen wir den Ländern helfen, der jungen Generation einen einträglichen Job zu stellen."

SOS-Kinderdörfer unterstützen Entwicklungsminister Müllers "Marshallplan"

Die SOS-Kinderdörfer unterstützt ausdrücklich den "Marshallplan" von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, der in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ein praxisorientiertes Berufsbildungsprogramm für Afrika vorsieht. "Die Wirtschaft mit ins Boot zu holen ist ein sehr wichtiger Punkt", erklärte Yassin. Wenn die starke europäische Wirtschaft in den jeweiligen Ländern investiere, schaffe sie dringend benötigte Arbeitsplätze. "Wir haben seit Jahren sehr gute Erfolge vor Ort mit ähnlichen Konzepten", erklärte Yassin.