Albanien: SOS-Kinderdörfer leisten Hilfe nach schwerem Hochwasser

06.12.2010 - Nach sintflutartigen Regenfällen in Nordalbanien sind mehrere Tausend Menschen evakuiert worden. Die SOS-Kinderdörfer haben in Shkodra mit ersten Hilfsleistungen für die Bertoffenen begonnen.

Albanien
SOS hat mit Hilfsleistungen für die Betroffenen begonnen
Sintflutartige Regenfälle in der letzten Woche haben annähernd die Hälfte Albaniens heimgesucht. Am schlimmsten ist die Region rund um die Stadt Shkodra im Norden des Landes betroffen. Dort sind mehr als 12.000 Menschen evakuiert worden, über 7.000 Häuser und Wohngebäude sind überflutet. Auch Familien, die in die SOS-Familienhilfe in Shkodra eingebunden sind, sind schwer betroffen und werden mit dem Nötigsten versorgt.

Dramatisch verschlechtert hat sich am Wochenende die Hochwassersituation dadurch, dass drei Dämme des Flusses Drin geöffnet werden mussten. Die albanische Elektrizitätsgesellschaft begründete diese Maßnahme mit den hohen Wasserständen, die die Sicherheit der Dämme bedrohen.

Die meisten Straßen von Shkodra sind überschwemmt, die Elektrizität ist ausgefallen und die Einwohner können sich nur mit Hilfe von kleinen Booten fortbewegen. Militär und Polizei sind mit der Evakuierung der Betroffenen beauftragt; Albanien hat die NATO um Hilfe gebeten. Die Schulen und die meisten Geschäfte sind laut lokalen Medien geschlossen.

SOS-Hilfe für betroffene Familien

Laut Informationen von Vorort sind zwei größere Distrikte der Stadt am meisten betroffen. In einem, dem vierten Distrikt, sind die SOS-Kinderdörfer mit einem Projekt der SOS-Familienhilfe aktiv. Die SOS-Mitarbeiter halten laufenden Telefonkontakt mit den betroffenen Familien.

Bis jetzt sind mindestens 33 Familien schwer von den Überschwemmungen betroffen. Die Häuser von 10 Familien sind meterhoch überflutet, so dass sie evakuiert werden mussten. Die anderen Häuser liegen höher, sind aber von Wasser so umgeben, dass die Bewohner ihre Viertel nicht verlassen können.

Die SOS-Mitarbeiter berichten, dass die meisten Kinder der betroffenen Familien traumatisiert sind – sie haben panische Angst beim Anblick des steigenden Wassers.

SOS hat damit begonnen, Nahrung, Kleidung, Decken und Medikamente an die evakuierten Familien zu verteilen. Andere NGOs sind kontaktiert worden, um ein größeres Hilfsprogramm zu starten und die Hilfsleistungen auf mehr Familien auszuweiten.