Somalia: Angriff auf SOS-Schule in Mogadischu

Zwei Hausmeister getötet - Schulen für unbestimmte Zeit geschlossen

14.10.2008 - Eine erneute Welle der Gewalt bricht über die Menschen in Somalias Hauptstadt Mogadischu herein. Während eines Feuergefechts wurde die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Mogadischu gestürmt. Zwei Hausmeister wurden getötet und mehrere Lehrer stundenlang als Geiseln festgehalten. Schulkinder wurden bei dem Angriff zum Glück nicht verletzt. Um das Leben von Kindern und Mitarbeitern nicht zu gefährden, haben die SOS-Kinderdörfer die Hermann-Gmeiner-Schule sowie die SOS-Krankenschwestern-Schule in Mogadischu auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Karte der SOS-Kinderdörfer in Somalia
Bürgerkrieg: In Mogadischu eskaliert die Gewalt erneut.
Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule geriet ins Visier, als Aufständische eine Polizei-Station angriffen, die sich in unmittelbarer Nähe der Schule befindet. Es besteht der Verdacht, dass die beiden Hausmeister von Polizisten getötet wurden, als diese die Schule stürmten. Außerdem soll die Polizei vier SOS-Lehrer und einen Mitarbeiter der Verwaltung über sechs Stunden lang gefangen gehalten haben, obwohl diese nicht an den Kämpfen beteiligt waren. Die Lehrer, Kenianer somalischen Ursprungs, mussten um ihr Leben fürchten und stehen unter Schock. Sie werden sobald als möglich nach Kenia zurückkehren.

"Während die Welt kaum Notiz davon nimmt, geraten in Mogadischu jeden Tag unschuldige Menschen, darunter unzählige Frauen und Kinder, ins Kreuzfeuer", sagt Wilfried Vyslozil, Geschäftsführer der SOS-Kinderdörfer weltweit.

Die SOS-Schulen sollen so lange geschlossen bleiben, bis sich die Sicherheitslage verbessert hat, so Wilhelm Huber, Regionalleiter der SOS-Kinderdörfer in Ostafrika. Währenddessen ist die SOS-Mutter-und-Kind-Klinik in Mogadischu weiterhin in Betrieb. Das SOS-Kinderdorf in Mogadischu musste bereits im Dezember 2007 evakuiert werden. Seitdem leben SOS-Kinder und -Mütter in sichereren Vierteln Mogadischus.