Boko Haram missbraucht Kinder als Selbstmordattentäter

Terrormiliz rekrutiert zunehmend Minderjährige für Anschläge, SOS-Kinderdörfer schlagen Alarm

15.04.2016 - Die Terrormiliz Boko Haram missbraucht immer mehr Kinder als Selbstmordattentäter. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um das Elffache gestiegen: 44 Kinder wurden in den vergangenen 12 Monaten von der islamistischen Gruppe in den afrikanischen Ländern Kamerun, Niger, Tschad und Nigeria instrumentalisiert. Der nigerianische Nationaldirektor der SOS-Kinderdörfer, Eghosa Erhumwunse, verurteilt die noch nie dagewesene "grausame Nutzung von Kindern als lebende Bomben".

Märkte und andere belebte Orte sind regelmäßig Ziel der Anschläge von Boko Haram. Immer öfter schickt die Terrormiliz Kinder als Selbstmordattentäter in den Tod.

Die Rekrutierung von Kindern als Selbstmordattentäter sei "illegal und das größte Verbrechen, das die Menschheit je erlebt hat". Deshalb ruft Erhumwunse nicht nur Nigeria, sondern die ganze Welt dazu auf, die Stimme gegen "diese schockierendste Form der Verletzung von Kinderrechten – vor allem in Bezug auf ihren Schutz, ihre Bildung und ihr Wohlergehen –" zu erheben: "Wir fordern die Regierungen auf, die Rechte von Kindern umgehend im Gesetz zu verankern, um den schrecklichen und feigen Taten gegen Kindern ein Ende zu setzen."

Jeder fünfte Selbstmordattentäter ist ein Kind

Mittlerweile ist jeder fünfte Selbstmordattentäter ein Kind. Drei Viertel davon sind Mädchen, die bedroht und oft unter Drogen gesetzt werden, um sich im Dienste der Terrorgruppe in die Luft zu sprengen.