Bosnien: Schulanfang nach der Flut

Schulen bleiben geschlossen – SOS eröffnet Not-Kita

04.09.2014 - In Bosnien-Herzegowina sind die Sommerferien zu Ende. Doch viele Kinder können nicht zur Schule gehen. Vor allem in der Region Zenica-Doboj wurden zahlreiche Schulen und Kindergärten durch die Hochwasserkatastrophe im Mai schwer beschädigt und bleiben weiter geschlossen. Die SOS-Kinderdörfer haben in Maglaj eine Not-Kindertagesstätte eingerichtet, in denen Kinder lernen und spielen können.

Malende Kinder in der Not-Kita in Maglaj, Bosnien

Die verheerende Jahrhundertflut im Mai traf in Bosnien und Herzegowina insgesamt eine Million Menschen. In 73 Städten und Gemeinden richteten die Wassermassen und Schlammlawinen besonders schwere Verwüstungen an. So stand die Stadt Maglaj meterhoch unter Wasser. Auch die örtlichen Schulen wurden überschwemmt und keine konnte bislang instand gesetzt werden.

Not-Kindertagesstätte in Containern

Bereits im August haben die SOS-Kinderdörfer in Maglaj eine Kindertagesstätte in Containern eröffnet. Die Not-Kita bietet den Mädchen und Jungen Lern- und Spieleaktivitäten sowie psychosoziale Betreuung. Die Kinder befinden sich dort in einem geschützten Bereich. Nach der Flut kommt dem eine besondere Bedeutung zu: Denn durch das Hochwasser wurden Landminen angeschwemmt - gefährliche Relikte des Bürgerkriegs, die gerade auch spielende Kinder bedrohen, wenn diese durch die Wiesen streifen.

Hilfe für 1.200 Kinder und 500 Eltern


Überfluteter Kindergarten in Maglaj, Bosnien-Herzegowina

Auch in Gračanica, wo es ein SOS-Kinderdorf gibt, bietet ein SOS-Team Aktivitäten für Flutopfer-Kinder. Darüber hinaus verstärken die SOS-Kinderdörfer in Maglaj und Gračanica ihre Beratungsangebote für Familien. Viele haben durch das Hochwasser ihre Existenz verloren und stehen vor dem Nichts. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen in Maglaj zudem die Renovierung eines Kindergarten, den SOS wiederum in den nächsten zwölf Monaten für die Arbeit vor Ort nutzen wird. Die SOS-Flutopferhilfe wird sich in den beiden Städten über einen Zeitraum von 18 Monaten erstrecken und insgesamt 1.200 Kinder und 500 Eltern erreichen.