Burundi: Anschlag tötet SOS-Studentin

Granate explodiert auf Marktplatz in Hauptstadt Bujumbura

26.05.2015 - Bei einem Granaten-Anschlag auf einen belebten Marktplatz in Burundis Hauptstadt Bujumbura starb am Freitag eine SOS-Studentin. Mehrere Menschen, unter ihnen eine weitere SOS-Jugendliche, wurden bei der Explosion schwer verletzt.

Proteste unmittelbar vor dem SOS-Kinderdorf in Bujumbura. Vergangene Woche wurde hier ein Soldat von einem Polizisten erschossen.

"Die Todesnachricht der 24-jährigen Naila traf uns hart. Wir sind geschockt", erklärt Pascal Bizimana, Direktor der SOS-Kinderdörfer in Burundi. "Ihre Freundin Yvette ist mittlerweile außer Lebensgefahr und wird für eine bessere Behandlung in die SOS-Klinik verlegt", berichtet der SOS-Chef weiter.

Die Studentinnen wollten auf dem Marktplatz Gemüse kaufen, als ein Unbekannter eine Granate in die Menschenmassen warf.

Die beiden jungen Frauen sind im SOS-Kinderdorf  Muyinga, einem der fünf Kinderdörfer in Burundi, aufgewachsen und studierten an der Great Lakes Universität in Bujumbura.

Unruhen in Burundi

Im Vorfeld der anstehenden Präsidentschaftswahl im Juli wird Burundi seit Wochen von gewalttätigen Protesten erschüttert. Nach Berichten starben bislang  20 Menschen, vergangene Woche wurde ein Soldat unmittelbar vor dem SOS-Kinderdorf in Bujumbura erschossen. Mindestens 100.000 Menschen flohen vor den Unruhen laut UN bereits nach Tansania und Ruanda.