Cholera in Haiti: SOS-Kinderdörfer klären Schüler und Familien auf

27.10.2010 - Nach dem verheerenden Erdbeben im Januar bedroht jetzt ein Cholera-Ausbruch die Menschen in Haiti. Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich im Kampf gegen die Seuche durch Aufklärung. So informiert die SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule in Santo bei Port-au-Prince ihre 900 Schüler darüber, wie man sich vor Cholera schützen kann und welche Symptome die Krankheit hat. Auch die SOS-Familienhilfe klärt die Menschen in den Nachbarschaften der SOS-Kinderdorf-Einrichtungen über die Krankheit auf.

Kampf gegen die Cholera in Haiti: Aufklärung an der SOS-Schule
Aufklärung an der SOS-Schule: Rektor Charles Myrtil erklärt den Schülern, wie sie sich z.B. durch Händewaschen vor der Krankheit schützen können
Die Cholera ist in der Region Artibonite nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince ausgebrochen. Die Seuche hat nach letzten Meldungen bereits über 250 Todesopfer gefordert, mehr als 3000 Menschen sind infiziert. Die Behörden versuchen, die Krankheit einzudämmen. Ein Cholera-Ausbruch in der Hauptstadt Port-au-Prince mit ihren riesigen Obdachlosen-Camps wäre eine Katastrophe. In den Camps leben dicht gedrängt etwa 1,5 Millionen Menschen, die dort nach dem Erdbeben Zuflucht gesucht haben.

Cholera ist gerade auch für Kinder lebensbedrohlich

Cholera ist hoch ansteckend und führt zu extremem Durchfall, starkem Erbrechen und Fieber. Wird die Krankheit nicht behandelt, ist sie - gerade auch für Kinder - lebensbedrohlich und kann innerhalb von wenigen Stunden zum Tod führen. Der Behandlungserfolg hängt vom rechtzeitigen Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten ab. Durch Hygiene-Maßnahmen wie z.B. häufiges Händewaschen und Desinfektion des Trinkwassers kann eine Ansteckung vermieden werden.

Vorbeugen durch Hygiene-Maßnahmen

"Information und Aufklärung ist der erste Schritt im Kampf gegen die Cholera", sagt Charles Myrtil, Rektor an der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Santo, der die Schüler persönlich über die Krankheit und Hygiene-Maßnahmen zur Vorbeugung aufgeklärt hat. "Die Kinder werden die Information weiter tragen: Sie werden nach Hause gehen und ihren Eltern erzählen, was wir ihnen gesagt haben."

Neuanfang für Kinder und Familien in Haiti

Nach dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 haben die SOS-Kinderdörfer ein umfangreiches Hilfs- und Aufbauprogramm in Haiti gestartet, um 40.000 Kindern und Familien einen Neuanfang zu ermöglichen.