Cholera-Epidemie in Simbabwe

SOS-Kinderdörfer klären auf und verteilen Hilfsgüter

09.12.2008 - Die Cholera-Epidemie in Simbabwe fordert immer mehr Opfer. Erste Todesfälle sind auch in Familien zu beklagen, die durch die SOS-Familienhilfe in den Armenvierteln Harares betreut werden. In Zusammenarbeit mit den Behörden informieren SOS-Sozialarbeiter die Bevölkerung über Ansteckungsgefahren und verteilen Hilfsgüter. Auch die Kinder in den SOS-Kinderdörfern, SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und SOS-Kindergärten wurden über die Krankheit eingehend aufgeklärt.
Familie in Harare
In den Armenvierteln Harares grassiert die Cholera. Das Foto zeigt eine Familie, die durch die SOS-Familienhilfe unterstützt wird.

Die humanitäre Krise in Simbabwe spitzt sich immer weiter zu: Während die Wirtschaft des Landes kollabiert, bricht nun die Trinkwasserversorgung zusammen. Weil die Menschen verschmutztes Wasser trinken müssen, grassiert die Cholera, eine hochansteckende, lebensbedrohliche Durchfallkrankheit.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind seit August 484 Menschen an Cholera gestorben und 11.700 erkrankt. Besonders dramatisch ist die Lage in Budiriro, einem westlichen Vorort im Großraum Harare. Dort leben die Menschen in den Armenvierteln auf engem Raum und unter unzureichenden hygienischen Bedingungen. In Budiriro wohnen viele Familien, die durch die SOS-Familienhilfe unterstützt werden. In vier dieser Familien sind jetzt Erwachsene an Cholera gestorben.

Katastrophale Zustände in den Armenvierteln

Cholera-Prävention: SOS-Mitarbeiter klären auf
Aufklärung: Eine SOS-Mitarbeiterin demonstriert, wie man Trinkwasser mit Desinfektions-Tabletten reinigt.
SOS-Mitarbeiter Justine Lungu beschreibt die katastrophalen Zustände in Budiriro, von denen eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht: "Kranke und Gesunde leben dicht gedrängt zusammen, sie teilen sich das Essen und benutzen die selben Brunnen und Toiletten. Viele Kranke weigern sich zur staatlichen Polyklinik zu gehen, weil es dort keine Medikamente mehr gibt. Kinder spielen auf den Straßen in Abwasserpfützen oder durchsuchen den Müll nach Verwertbarem. Familien zapfen aus leckenden Leitungen Wasser ab. Da aber die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen ist, dürfte es sich dabei eher um Abwasser als um Trinkwasser handeln." Ein Hauptproblem sei der akute Mangel an sauberem Trinkwasser, betont Justine Lungu.

So helfen die SOS-Kinderdörfer in ihren Nachbarschaften

Alle drei SOS-Kinderdörfer in Simbabwe - in Waterfalls/Harare, Bindura and Bulawayo - befinden sich in Gebieten, in denen die Cholera ausgebrochen ist. In ihren Nachbarschaften leisten die SOS-Kinderdörfer Hilfe für 3.500 Familien:

  • SOS-Sozialarbeiter verteilen in den Nachbarschaften der SOS-Kinderdörfer Informationsmaterial und erklären Familien, wie sie sich vor der Krankheit schützen können.
  • Familien erhalten außerdem Tabletten zur Reinigung des Wassers, Seife und Wasserkanister.

Im Kampf gegen die Epidemie arbeiten die SOS-Kinderdörfer mit Behörden und Hilfsorganisationen zusammen. Unicef und Ärzte ohne Grenzen stellen Hilfsgüter wie Medikamente und Hygieneartikel zur Verfügung, die SOS-Mitarbeiter verteilen.

Vorsichtsmaßnahmen in den SOS-Kinderdörfern

In den drei SOS-Kinderdörfern in Simbabwe haben Krankenschwestern SOS-Mütter- und -Kinder über Ansteckungsgefahren aufgeklärt. Wasser wird stets abgekocht oder chemisch desinfiziert. Sollten SOS-Kinder erkranken, so ist ihre medizinische Versorgung sichergestellt. Die SOS-Kinderdörfer verfügen über einen Vorrat an Medikamenten. Da das staatliche Gesundheitssytem zusammenbricht, hat SOS zudem Vereinbarungen mit Privatkliniken getroffen: Dort können Kinder in besonders kritischen Fällen behandelt werden.

Da in Simbabwe gerade Ferienzeit ist, sind die fünf SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und drei SOS-Kindergärten des Landes bis Mitte Januar geschlossen. Bereits vor Ferienbeginn wurden dort Kinder, Lehrer und Erzieher über Ansteckungsgefahren informiert. In den Kindergärten geschah dies besonders intensiv - denn gerade bei kleinen Kindern kann Cholera schnell zum Tod führen.

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