SOS-Dokumentarfilmpreis für SONITA

Iranische Filmemacherin Rokhsareh Ghaem Maghami wird beim DOK.fest München ausgezeichnet

06.05.2016 - Die iranische Filmemacherin Rokhsareh Ghaem Maghami erhält den Dokumentarfilmpreis der SOS-Kinderdörfer weltweit 2016. Maghamis Film SONITA erzählt vom Kampf der 18-jährigen Afghanin Sonita um ihre Freiheit und Selbstbestimmung. Der Preis wird im Rahmen des 31. Internationalen Dokumentarfilmfestivals München (DOK.fest München) am 14. Mai verliehen.


Audio-Interview mit Jury-Mitglied Heribert Prantl (SZ-Chefredaktion) - jetzt anhören:


In SONITA erzählt Maghami die anrührende Geschichte der mutigen jungen Frau Sonita, die aus Afghanistan ohne Pass in den Iran flieht und dort als Rapperin mit Mut und Kreativität Wege sucht, sich von den sozialen und kulturellen Zwängen der Gesellschaft und ihrer Familie zu befreien. Unterstützung findet sie bei einer NGO für Flüchtlingskinder. Allerdings holt sie die Vergangenheit ein: Die Familie will sie für 9000 Dollar verkaufen, damit ihr Bruder heiraten kann. Nun muss sich auch die Filmemacherin entscheiden: Bleibt sie neutrale Beobachterin oder greift sie ein?

Anrührende Geschichte über eine mutige Frau


In SONITA wird die Geschichte der mutigen Sonita, erzählt. Sie flieht aus Afghanistan ohne Pass in den Iran um dort Rapperin zu werden.

„Der Film SONITA zieht uns unmittelbar in die berührende Geschichte eines willensstarken Mädchens, das für ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung kämpft“, urteilte die Jury über den Film. „Auf diesem Weg helfen ihr verschiedene Menschen, aber vor allem ihr charmantes offenes Wesen und ihre unbändige Kraft und ihre Kreativität. Der iranischen Filmemacherin gelingt die Antwort auf die Frage, was das Leben eines Mädchens wert ist, und ein dokumentarisches Meisterstück im doppelten Sinne: Ihr Film bringt uns nicht nur die aufregende Lebensgeschichte ihrer jungen Heldin näher, er beweist auch, dass Helfen gelingen und ein Film die Welt verändern kann.“

Hochkarätig besetzte Jury zeichnete den Film aus


Preisverleihung beim DOK.fest 2015: Im vergangenen Jahr ging der SOS-Dokumentarfilmpreis an Filmemacher Alexander Nanau. Foto: Maren Willkom
Zur Jury gehörten unter anderem Prof. Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, Catherine Le Goff, verantwortliche Redakteurin bei arte in der Hauptabteilung Kultur für die Sendeplätze Gesellschaft und Der Große Dokumentarfilm, Jutta Krug, beim WDR verantwortlich für Kino-Dokumentarfilm.
 
„Dieser wunderbare Film zeigt auch, dass Hilfe scheinbar hoffnungslose Lebenswege von Kindern und Jugendlichen zum Guten wenden kann“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der SOS-Kinderdörfer, Dr. Wilfried Vyslozil. „Es ist ein dringender Appell, nie aufzuhören, Menschen auf ihrem Lebensweg zur Seite zu stehen.“

Verleihung des SOS-Dokumentarfilmpreises

Der Dokumentarfilmpreis der SOS-Kinderdörfer weltweit (München) wird zum dritten Mal verliehen. Er ist mit 3000 Euro dotiert und wird von B.O.A. Videofilmkunst, München, gestiftet. Im vergangenen Jahr hatte TOTO AND HIS SISTERS von dem rumänischen Filmemacher Alexander Nanau die Auszeichnung erhalten.
 
SONITA läuft im Rahmen des DOK.fest-Programms in München und wird am 15. Mai im Münchner Museum Fünf Kontinente im Rahmen eines Screenings noch einmal der Öffentlichkeit präsentiert. Zudem startet der Film in deutschen Kinos am 12. Mai.
 
Das DOK.fest in München ist eines der großen Festivals in Europa für den internationalen, künstlerisch anspruchsvollen und gesellschaftlich relevanten Dokumentarfilm. Das Publikumsfestival findet in diesem Jahr zum 31. Mal statt und dauert vom 5. bis 15. Mai.