Ebola: Liberia öffnet Schulen wieder

Unterrichtsstart nach sechs Monaten Zwangspause

18.02.2015 - "Ich bin so glücklich und dankbar, dass ich zu den Überlebenden gehöre und jetzt wieder zur Schule darf", sagt Claris, Schülerin an der Internationalen SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Monrovia. Am Montag haben viele Schulen in Liberia wieder mit dem Unterricht begonnen. Wegen der Ebola-Epidemie mussten die Schüler die vergangenen sechs Monate zu Hause bleiben.

Endlich geht es wieder los! Die Schüler der SOS-Schule in Monrovia kamen voller Vorfreude nach sechs Monaten wieder zum Unterricht. Foto: Nurudeen Sanni
In der SOS-Schule in Monrovia ging es am ersten Schultag nach der Zwangspause für 400 Schüler und 25 Lehrer wieder los. Die meisten kamen zusammen mit ihren Eltern bereits in den frühen Morgenstunden auf das Schulgelände und fieberten dem Neustart aufgeregt entgegen. "Ich bin froh, wieder hier zu sein und hoffe, dass alles gut wird - obwohl es immer noch ein paar Ebola-Fälle gibt. Wir haben Angst, dass sich die Krankheit wieder stärker ausbreiten könnte", sagte Schüler Charles. Laut den Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es in der ersten Februarwoche nur drei Neuinfektionen in Liberia, in der Vorwoche waren es fünf.

Vorsichtsmaßnahmen: Fieber messen und Hände waschen


Fieber messen und Hände waschen: Die Vorsichtsmaßnahmen werden in der SOS-Schule streng eingehalten. Foto: Nurudeen Sanni
Regulärer Unterricht fand am Montag in der SOS-Schule noch nicht statt. Ein Team aus der SOS-Klinik klärte Schüler und Lehrer über Vorsichtsmaßnahmen auf. Hände schütteln und Umarmungen sind verboten, außerdem wird bei jedem Kind morgens Fieber gemessen und alle müssen sich die Hände mit chloriertem Wasser waschen. "Wir müssen sehr aufmerksam sein und alle Anweisungen strikt einhalten", erklärte Schuldirektor Emmanuel Kyei. Seine Kollegin Quendi Appleton, Chefin des Notfall-Teams der Schule und Verwaltungsleiterin der SOS-Klinik, ergänzte: "Wir wissen, dass Ebola in unserem Land noch nicht ausgerottet ist, deshalb haben wir sehr strenge Richtlinien für den Schulalltag erarbeitet. Wir sind bereit für das Schuljahr - trotz der Ebola-Krise in unserem Land."

Erleichterung und ausgelassene Stimmung


Die meisten Schüler wurden am ersten Schultag von ihren Eltern zur Schule begleitet. Foto: Nurudeen Sanni

Die Stimmung auf dem Schulgelände war am Montag ausgelassen und fröhlich. Die Schüler strahlten und unterhielten sich intensiv mit ihren Freunden, die sie seit einem halben Jahr nicht gesehen hatten. Auch die Eltern waren froh: "Als die Schulen Ende Juli 2014 schließen mussten, habe ich mir große Sorgen um die Bildung meiner Kinder gemacht und ob unsere Familie überleben würde. Jetzt bin ich sehr erleichtert", sagte die Mutter von drei Schülern der Internationalen Hermann-Gmeiner-Schule. Noch haben nicht alle Schulen in Liberia vom Bildungsministerium die notwendigen Utensilien wie Fieberthermometer und Desinfektionsmittel für einen sicheren Neustart bekommen. Für sie soll es am 2. März wieder losgehen. Ein Problem ist dabei der Zugang zu sauberem Wasser, der dringend notwendig ist, um Ebola-Ansteckungen zu vermeiden. SOS-Liberia baut derzeit mit Unterstützung der deutschen Regierung im Rahmen des Nothilfe-Programms Brunnen und Wasserpumpen für zehn öffentliche Schulen im Umland von Monrovia, damit auch dort der Unterricht wieder beginnen kann. Über 5000  Schüler werden bald von diesem Projekt profitieren und wieder Zugang zu Bildung haben.

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