Ebola: Panik in Monrovia

Patienten und Pfleger fliehen aus Krankenhäusern in Liberias Hauptstadt - SOS-Klinik bleibt geöffnet

16.07.2014 - Die grassierende Ebola-Epidemie hat in Liberia Panik ausgelöst. Medizinisches Personal und Patienten sind aus mehreren Kliniken in der Hauptstadt Monrovia geflohen. Viele Krankenhäuser haben geschlossen. Die Klinik der SOS-Kinderdörfer in Monrovia, die jährlich rund 20.000 Patienten behandelt, bleibt jedoch weiter geöffnet.

Aufklärung über Ebola: Aushang im SOS-Kinderdorf Monrovia.

In Westafrika grassiert seit März die schwerste Ebola-Epidemie der Geschichte. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) forderte der Ausbruch in den drei westafrikanischen Staaten Guinea, Sierra Leone und Liberia bis Anfang Juli insgesamt 539 Tote. Bislang ist es nicht gelungen, die Epidemie einzudämmen. Gegen den todbringenden Erreger gibt es keine Impfung oder Therapie.

Die Zahl der Ebola-Opfer steigt Tag für Tag

"Die Lage in Monrovia ist wirklich ernst", berichtet Simon Tokpohozin vom nationalen Büro der SOS-Kinderdörfer in Liberia. "Die Zahl der Infizierten und Toten steigt Tag für Tag."

Trotz der Aufklärungskampagnen in Zeitungen, Radio und TV ist die Bevölkerung nur unzureichend über die Krankheit informiert. Viele halten sich nicht an elementare Vorsichtsmaßnahmen. Verwandte verstecken Kranke oder bringen sie zu traditionellen Heilern, Predigern und Pastoren. Die Folge: Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem tödlichen Ebola-Virus und die Krankheit breitet sich weiter aus.

Krankenhäuser schließen


Medizinische Hilfe für Kinder und ihre Familien: Die SOS-Klinik in Monrovia behandelt rund 20.000 Patienten im Jahr, z.B. gegen Malaria wie dieses Baby - Foto: Philipp Hedemann

Die Ebola-Epidemie droht völlig außer Kontrolle zu geraten und stürzt das liberianische Gesundheitswesen ins Chaos. In Monrovia gibt es nur zwei Quarantäne-Zentren und es fehlt dort an Personal. Viele staatliche Krankenhäuser sind geschlossen. Nachdem Kollegen an Ebola gestorben sind, weigert sich das medizinische Personal zum Teil, zur Arbeit zu kommen. Pflegekräfte und Ärzte können sich aufgrund unzureichender Ausstattung nicht schützen. Einige Krankenhäuser werden mit der Begründung geschlossen, die Ansteckungsgefahr in der Gegend sei hoch.  Viele Gesundheitszentren weigern sich zudem, neue Patienten aufzunehmen.

Andrang an der SOS-Klinik

Die SOS-Klinik in Monrovia hat dagegen weiter geöffnet. Aufgrund der aktuellen Krise drängen sich dort die Menschen. Während andernorts Patienten aus den Krankenhäusern fliehen, genießt die SOS-Klinik aufgrund ihres hohen Standards weiter das Vertrauen der Bevölkerung. Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie klären Ärzte und Pflegekräfte die Menschen über Vorsichtsmaßnahmen auf.

Vorsichtsmaßnahmen und Aufklärung in den SOS-Projekten

Die SOS-Kinderdörfer in Guinea, Sierra Leone und Liberia blieben bislang von der Ebola-Epidemie verschont. Kinder, Familien und Mitarbeiter in den SOS-Projekten wurden eingehend informiert, wie sich vor dem Erreger schützen können, etwa durch das regelmäßige Waschen der Hände mit Desinfektionsmitteln. Als Vorsichtsmaßnahme müssen sich beispielsweise auch Besucher des SOS-Kinderdorfs Monrovia die Hände desinfizieren.

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