Erdbeben in Haiti: SOS-Kinderdörfer leisten Nothilfe

SOS-Mitarbeiter versorgen Familien mit Medikamenten und Lebensmitteln

18.01.2010 - Ein verheerendes Erdbeben hat Tod und Zerstörung über die Menschen in Haiti gebracht. Die SOS-Kinderdörfer haben ein Nothilfe-Programm gestartet, um insgesamt 40.000 Kindern und Familien beizustehen. SOS-Mitarbeiter verteilen Medikamente und Lebensmittel in der Nachbarschaft unserer haitianischen Kinderdörfer. In unseren SOS-Einrichtungen werden wir bis zu 300 unbegleiteten Kindern Schutz und Betreuung bieten.

Obdachlose Familien
Obdachlos, auf den Straßen von Port-au-Prince: Unzählige Familien stehen vor dem Nichts - Foto: REUTERS/Joel Trimble - courtesy www.alertnet.org
Die Hauptstadt Port-au-Prince liegt zu weiten Teilen in Trümmern. Verzweifelte Überlebende graben mit bloßen Händen im Schutt, um Verschüttete zu bergen, weinende Kinder irren umher und suchen nach ihren Eltern, obdachlose Familien übernachten auf offener Straße. Die Überlebenden hungern, es herrscht Seuchengefahr. 

Das Beben am 12.1. forderte nach  Angaben der haitianischen Regierung vermutlich 200.000 Tote, schätzungsweise 250.000 wurden verletzt, 1,5 Millionen Menschen sind obdachlos. Gerade die Kinder brauchen dringend Hilfe!

Kinder und Mitarbeiter in den SOS-Kinderdörfern sind unverletzt

Seit dem Beben herrscht auf Haiti Chaos. Telefonnetz und Straßen wurden durch die Katastrophe unterbrochen. Inzwischen wissen wir, dass es unter den
Kindern und Mitarbeitern in den beiden SOS-Kinderdörfern keine Verletzten gab.

SOS-Mitarbeiter entladen Hilfsgueter aus einem Lkw
Ein erster SOS-Hilfskonvoi hat das Kinderdorf Santo erreicht: SOS-Mitarbeiter entladen Hilfsgüter. Das Kinderdorf wird der SOS-Nothilfe als Basis dienen.
In Port-au-Prince wurden eine SOS-Jugendeinrichtung (eine angemietet Wohnung) zerstört und zwei Jugendliche verletzt. Sie wurden medizinisch versorgt. Die Mitarbeiter des SOS-Büros in Port-au-Prince sind unverletzt, das Büro wurde jedoch teilweise zerstört. 

Einige Viertel, in denen SOS aktiv ist, liegen vollständig in Trümmern. Derzeit suchen SOS-Mitarbeiter Familien in den Nachbarschaften unserer SOS-Kinderdörfer und -Einrichtungen auf. Unsere Mitarbeiter machen sich ein genaues Bild von der Lage und ermitteln in jedem Einzelfall, was die Menschen jetzt am dringendsten benötigen.

SOS-Nothilfe: Lebensmittel, Medikamente, Betreuung traumatisierter Kinder

Unterdessen läuft das SOS-Nothilfe-Programm an. Die Koordination übernehmen die SOS-Kinderdörfer in der benachbarten Dominikanischen Republik. Von dort bringen SOS-Hilfskonvois  Hilfsgüter nach Haiti, die SOS-Mitarbeiter verteilen. Die SOS-Nothilfe wird insgesamt 40.000 Kindern und Familien in den Nachbarschaften der haitianischen SOS-Kinderdörfer beistehen. In den SOS-Einrichtungen werden bis zu 500 unbegleitete Kinder Schutz und Betreuung erhalten. So hilft SOS:

  • Soforthilfe: Trinkwasser, Lebensmittel, Babynahrung, Kleidung, Decken, Zelte
  • Medikamente und medizinische Versorgung
  • Schutz, Betreuung und Notunterkünfte für unbegleitete und verwaiste Kinder sowie alleinstehende Mütter
  • Psychologische Betreuung traumatisierter Kinder
  • Familienzusammenführung: Suche nach Angehörigen von Kindern, die im Chaos von ihren Familien getrennt wurden
  • Wiederaufbauhilfe in einer zweiten Phase

 

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SOS-Kinderdörfer in Haiti: Hilfe für Kinder und Familien in dem bitterarmen Inselstaat

Junge in Cap Haitien
Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt - darunter leiden vor allem die Kinder.
Haiti ist einer der ärmsten und politisch instabilsten Staaten der Welt und wird immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. Um Kindern in Not ein liebevolles Zuhause zu geben, wurden die SOS-Kinderdörfer im Jahr 1978 in dem Karibikstaat aktiv.

Derzeit gibt es in Haiti zwei SOS-Kinderdörfer: in Santo, etwa 15 Kilometer von der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince entfernt, sowie in Cap Haïtien an der Nordküste. Weitere SOS-Einrichtungen sind: zwei SOS-Jugendeinrichtungen, zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, ein SOS-Berufsbildungszentrum und vier SOS-Sozialzentren. In der Umgebung unserer Kinderdörfer und Sozialzentren leisten wir Nachbarschaftshilfe für Not leidende Familien: Die Selbsthilfe-Projekte der SOS-Familienhilfe geben in Haiti 2600 Kindern und ihren Eltern eine Perspektive. Nach einem Wirbelsturm im Oktober 2008 leisteten die SOS-Kinderdörfer Nothilfe auf Haiti.

Hier erfahren Sie mehr über die SOS-Kinderdörfer in Haiti.