Gesundheitsberatung per SMS

SOS gibt Müttern in Sri Lanka Gesundheitstipps per Handy

06.08.2015 - Wenn Eltern in Deutschland Fragen zu Pflege von Säuglingen haben, dann gehen sie entweder zu einem Arzt, zur Hebamme oder sie suchen die Antwort im Internet. In Sri Lanka haben viele Mütter keine dieser Möglichkeiten. Die SOS-Familienhilfe berät deswegen seit vielen Jahren verarmte Familien, z.B. bei Erziehungsproblemen. Seit drei Jahren geht SOS außerdem neue Wege und berät auch per SMS.

Insgesamt 150 Mütter nehmen an dem Projekt in Sri Lanka teil. Pro Tag erhalten die Teilnehmer einen Gesundheitstipp oder eine Aufgabe per SMS.

Zusammen mit einer indischen Mobilfunkfirma hat SOS die Beratung per SMS entwickelt. Der größte Vorteil des Projekts war, dass SOS sofort 150 weitere Mütter beraten konnte. Diese standen vorher nur auf der Warteliste der Familienhilfe. Jede von ihnen bekam ein eigenes Handy. Neben dem richtigen Umgang mit dem Handy bekommen die Mütter pro Tag eine SMS. In den Kurzmitteilungen erklärt SOS z.B. dir richtige Pflege von Babys und Kleinkindern. Außerdem gab es Hilfestellungen bei Erziehungsproblemen. „Dadurch habe ich viel gelernt und auch viele Informationen bekommen, um meine Kinder besser versorgen zu können“, sagt eine der Mütter, die jetzt besonders Wert auf eine gute Ernährung in der Familie legt. 

 

 


Manchmal müssen die Teilenehmer auch Übungsaufgaben und Referate bis zur nächsten Gesprächsrunde vorbereiten.

So funktioniert das Programm:
Zuerst führt ein SOS-Mitarbeiter mit der Mutter drei Beratungsgespräche. In diesen Gesprächen wird genau analysiert, welche Probleme es gibt und über welche Themen die Mutter noch relativ wenig weiß. Basierend auf dieser Beratung bekommt sie dann jeden Tag einen Tipp per SMS. Manchmal werden auch Aufgaben gestellt, wie z.B. ein kurzes Referat über ein Gesundheitsthema zu halten. Dieses wird dann beim wöchentlichen Treffen der Mütter vortragen. Bei diesem tauschen sich die Frauen auch über Erfahrungen aus, die sie mit den Tipps gemacht haben.
 

 


Einmal in der Woche treffen sich die Frauen zu einer Gesprächsgruppe. Dort tauschen sie Erfahrungen aus und geben sich gegenseitig Tipps.

Erste Erfolge des Projekts:
Laut Ananda Karunarathne, dem Leiter der SOS-Kinderdörfer in Sri Lanka, kommen die Tipps und Ratschläge per SMS gut bei den Müttern an. „Viele sind erst einmal stolz ein Handy zu haben. Durch das Programm wissen die Mütter jetzt auch viel mehr in Bezug auf Kindererziehung. Viele Kinder essen jetzt auch gesünder. Das ist ein großer Erfolg“, so der SOS-Direktor. Auch hat sich die Stimmung und die Kommunikation in vielen Familien verbessert. "Durch eine Befragung haben wir herausgefunden, dass es zum einen weniger Streit zwischen den Müttern und den Vätern gibt. Zum anderen verstehen die Eltern auch die Bedürfnisse der Kinder besser.“ Wegen der positiven Erfahrungen aus dem Projekt ist eine Projektverlängerung geplant. Auch andere Orte in Sri Lanka sollen in das Projekt miteinbezogen werden.