Folter an Kindern nimmt zu

SOS-Kinderdörfer zum Tag der Unterstützung der Folteropfer

25.06.2015 - Immer mehr Kinder werden Opfer von Folter. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Internationalen Tags zur Unterstützung der Folteropfer am 26. Juni hin.

Vor allem in Bürgerkriegsländern wird Folter und Mord systematisch eingesetzt - zunehmend auch gegen Kinder. Foto: Christian Martinelli

"Kinder werden aktuell vor allem in Syrien, im Irak und im Südsudan brutalster körperlicher und geistiger Folter ausgesetzt, sie werden als Sexsklaven, Kindersoldaten, Selbstmordattentäter und Schutzschilde missbraucht", erklärt SOS-Pressesprecher Louay Yassin. "Immer häufiger erhalten wir aus diesen Ländern Berichte von Kindern, denen Unsägliches angetan wurde."

Systematischer Einsatz von Folter

Diese Länder sind nach Einschätzung der SOS-Kinderdörfer allerdings nur die Spitze des Eisberges. "Kinder werden in schätzungsweise mehr als 70 Ländern gezielt misshandelt oder missbraucht. Vor allem in Bürgerkriegsländern wird Folter und Mord oft als Mittel gegen die gegnerische Partei systematisch eingesetzt", sagt Yassin. Zudem würden Kinder wegen Terrorverdachts unter widrigen Bedingungen in Gefängnissen festgehalten.

Kinder sind lebenslang traumatisiert

Die Kinder seien zumeist lebenslang traumatisiert, litten unter ihren körperlichen und seelischen Narben, hätten Albträume oder schwere Depressionen, berichten die SOS-Kinderdörfer, die Kinder und arme Familien in 134 Ländern unterstützen und in vielen Krisenregionen aktiv sind. "Auch viele Flüchtlingskinder, die nach Deutschland kommen, haben diese tiefen Narben", sagt Yassin. Deshalb müssten Flüchtlingskinder, vor allem unbegleitete, besonders betreut und psychologisch unterstützt werden.