Gaza: Humanitäre Notlage spitzt sich zu

Kinder in Gaza sterben, weil sich Konfliktparteien um Gas und Strom streiten

01.02.2016 - Die anhaltende Kälte sowie Gas- und Elektrizitätsmangel im Gazastreifen tragen dazu bei, dass Kinder sterben.

Mutter und Kind wärmen sich beim Kochen an offener Feuerstelle. Foto: Shady Al-Assar

Die Temperaturen fallen derzeit im Gazastreifen nachts bis unter den Gefrierpunkt. Aufgrund von Gas- und Elektrizitätsmangel heizen viele Familien ihre provisorischen Behausungen mit offenem Feuer. "Besonders die Kinder leiden schwer unter der Rauchentwicklung. Es kommt zudem immer wieder zu Toten durch Brände und Rauchvergiftungen", teilte der SOS-Leiter im Gazastreifen, Samy Ajjour, mit. Auch zweieinhalb Jahre nach dem Krieg leben noch immer viele tausend Familien in Ruinen oder Rohbauten.

Humanitäre Arbeit darf nicht behindert werden

"Es darf nicht sein, dass Kinder sterben, weil sich die Konfliktparteien nicht über Liefer-Modalitäten einigen können", sagte der Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, Louay Yassin, in München und forderte die Konfliktparteien nachdrücklich auf, sich an die Genfer Konventionen zu halten. "Die humanitäre Arbeit darf nicht behindert werden."

SOS-Hilfe in Palästina

Die SOS-Kinderdörfer sind seit 1968 in Palästina aktiv, um notleidenden Kindern und Familien eine Perspektive zu geben. Es gibt dort zwei SOS-Kinderdörfer: in Rafah und in Bethlehem. Mit zusätzlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und der SOS-Familienhilfe erreicht SOS in Palästina über 3000 Kinder und ihre Familien.