Familien leiden unter der Gewalt in Gaza

09.01.2009 - Während das SOS-Kinderdorf in Rafah nach wie vor sicher ist, sind zahlreiche Familien, die von der SOS-Familienhilfe unterstützt werden, vom Krieg im Gaza-Streifen stark betroffen.

Rafah, Gaza-Streifen
Rafah, Gaza-Streifen (SOS-Archivbild von 2004)
Zahlreiche Familien, die im Rahmen der Familienhilfe des SOS-Kinderdorfs Rafah unterstützt werden, sind vom neuerlichen Ausbruch der Gewalt im Gaza-Streifen stark betroffen. Das Sozialzentrum ist seit Beginn der Militäroffensive am 27. Dezember 2008 geschlossen. Mitarbeitern und Freiwilligen wurde geraten, Zuhause zu bleiben und per Telefon in Kontakt zu bleiben. Berichten zufolge sind einige Regierungsgebäude in der Nähe des Sozialzentrums von israelischen Luftangriffen zerstört worden.

Ihsan Redwan, Koordinatorin der SOS-Familienhilfe, berichtet, dass ein dreizehnjähriger Junge in der nördlich von Gaza gelegenen Stadt Jabaliya schwer verwundet wurde. Trotz seines kritischen Gesundheitszustandes wurde er vom Krankenhaus, das seit dem Beginn der Auseinandersetzungen vollkommen überlastet ist, wieder nach Hause geschickt.

In Schulen Unterschlupf gesucht

Die Häuser von fünf Familien in Jabaliya sind von Luftangriffen zerstört worden; zwei weitere Familien haben ihre Häuser aus Angst vor Angriffen verlassen. Sie sind entweder bei Verwandten untergekommen oder haben in Schulen der UN Unterschlupf gesucht. Zahlreiche Familien in den Nachbargemeinden haben mit Versorgungsengpässen zu kämpfen. Besonders bei der Lebensmittelbeschaffung gibt es große Probleme. Unsere Partner in der Gemeindeverwaltung versuchen zu helfen und haben bereits einige Grundnahrungsmittel liefern können. Auch in Khan Yunis, Deir Elbalah und El Burij sind die Häuser mehrerer Familien zerstört worden.

Sehr kritische Lage für Familien

In Rafah ist die Lage für sieben Familien, die nahe der ägyptischen Grenze lebten und in Schulen der UN geflüchtet sind, nach wie vor kritisch. Eines der Häuser ist Berichten zufolge zerstört worden, die Familien werden vom SOS-Kinderdorf in Rafah und unseren Partnern vor Ort mit Nahrungsmitteln versorgt.

Eine große Anzahl der Kinder aus den vom SOS-Kinderdorf unterstützten Familien leiden an posttraumatischen Symptomen, etwa  Enuresis (Bettnässen) oder Schlaflosigkeit. Da derzeit medizinisches Personal hoffnungslos überlastet ist, wird SOS erst effektiv helfen können, wenn sich die Lage wieder entspannt.

Im Rahmen der Familienhilfe unterstützt SOS-Kinderdorf Rafah derzeit 900 Kinder aus 187 Familien, unter anderem mit Lebensmittelpaketen, Unterricht und Tagesbetreuung.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit für Familien in Not und spenden Sie für die SOS-Familienhilfe!