Waffenruhe im Gaza-Streifen: SOS-Kinderdörfer öffnen wieder Pforten

20.01.2009 - Nach wochenlangen Kämpfen herrscht im Gaza-Streifen Waffenruhe. Kinder, Mütter und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfs in Rafah kehren zu einer Art Normalität zurück.

Kinder in den palästinensischen Gebieten
Sie leiden besonders unter der Gewalt: Kinder in den palästinensischen Gebieten - Foto: R. Fleischanderl
Der Gefechtslärm, der im Kinderdorf ständig zu hören war, hat vor allem die kleinen SOS-Kinder stark verängstigt. Doch nun, da die Waffen schweigen, kehrt der Alltag zurück.
Erstmals seit Wochen können sich SOS-Mütter und -Familienhelfer des Kinderdorfs Rafah wieder auf die Straße wagen, um Lebensmittel zu kaufen. Die Versorgungslage hat sich verbessert, da einige Grenzübergänge wieder offen sind, teilt Kamil el Shami, Projektleiter des SOS-Kinderdorfs Rafah, mit.

Während der Kämpfe mussten die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, der Kindergarten und das Sozialzentrum für drei Wochen geschlossen bleiben. Jetzt nehmen sie ihre Arbeit wieder auf. Doch, wie Kamil el Shami betont, "noch sind alle sehr vorsichtig."

SOS-Familienhilfe: Zwei Kinder schwer verletzt

Wie jetzt bekannt wurde, wurden während der Kämpfe zwei Kinder schwer verletzt, deren Familien durch die SOS-Familienhilfe im Gaza-Streifen Unterstützung erhalten. Es handelt sich dabei um einen kleinen Jungen und ein 13-jähriges Mädchen. Beide wurden medizinisch versorgt, ihr Zustand ist stabil.

Viele der von SOS betreuten Familien mussten aufgrund der Luftangriffe und der Bodenoffensive aus ihren Häusern flüchten und suchten Zuflucht bei Verwandten oder in UNRWA-Zentren (Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge).

Die Familienhilfe der SOS-Kinderdörfer unterstützt im Gaza-Streifen derzeit insgesamt 900 Kinder aus bedürftigen Familien, unter anderem mit Lebensmittelpaketen, Unterricht und Tagesbetreuung.